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Themen => Sorgerecht => Thema gestartet von: hase75 am 28. September 2011, 07:31:56



Titel: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 28. September 2011, 07:31:56
Hallo,

mein Sohn ist 4,5 Jahre alt und ich habe das Umgangsrecht da mir die KM das gemeinsame Sorgerecht bis jetzt verwehrt hat. Nun hatte ich ein Beratungsgespräch beim JA und Ende Oktober gibt es dann ein gemeinsames Gespräch dort in Anwesenheit beider Elternteile. Von der KM weiß ich das sie nicht einfach so unterschreiben möchte. Es wird wohl so kommen das das Familiengericht darüber entscheiden wird.
Meine Frage ist nun: Was für Kosten werden da auf mich zukommen und wie wird das ablaufen?
Hat jemand Erfahrungen?
Das soll nicht heißen das ich die Kosten scheue. Ich hätte einfach nur gern eine Vorstellung.
Danke schon mal im Voraus.


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Mux am 28. September 2011, 09:59:23
Hallo hase75,

willkommen hier auf vatersein.de!

Der Streitwert in Sorgerechtsverfahren beträgt 3000 €. Die verschiedenen Varianten (mit/ohne Anwalt) +/- Berufungsinstanz
kannst Du mit Hilfe des Prozesskostenrechners mal selber durchspielen.

Du (oder Dein Anwalt) stellst einen gerichtlichen Antrag auf GSR beim zuständigen Familiengericht. Normalerweise werden vom Gericht
daraufhin Stellungnahmen vom JA angefordert, d.h, vor der Verhandlung wirst Du vom JA zum Gespräch geladen. Dann gibt es irgendwann
einen mündlichen Verhandlungstermin. Danach bist Du dann stolzer Inhaber des GSR oder auch nicht. Dem Verlierer steht dann noch
die Berufungsinstanz offen.

So weit als erste Orientierung.

LG,
Mux

 


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: pappasorglos am 28. September 2011, 10:32:20
Das soll nicht heißen das ich die Kosten scheue. Ich hätte einfach nur gern eine Vorstellung.

Es gibt da leider keine Garantien.

Der "Normalfall" wäre einfach nur die Hälfte der Gerichtskosten, und das ist nicht besonders viel ("Streitwert" 3000€ heisst nicht 3000€ Gerichtskosten, sondern sehr viel weniger, irgendwo so bei 100-200€, gibt's Tabellen).

Gleich deutlich teurer wirds, wenn Anwälte im Spiel sind. Und selbst, wenn Du keinen nimmst, hast Du trotzdem das Risiko, dass Du einen Gegenanwalt bezahlen musst (wenn Dein Antrag abgelehnt wird UND der Kostenentscheid Dir die vollen Kosten aufdrückt).

Und wenn dann noch Gutachter ins Spiel kommen, wird's nochmal ne andere Gewichtsklasse. Und tatsächlich konnte oder kann man beobachten, dass Anwälte die Gutachtenkeule schwingen, um über die Kostendrohung die Rücknahme des Antrags zu erreichen.

Also die Kosten sind da durchaus Teil der Psychologie.


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: bagger1975 am 28. September 2011, 13:35:24
Servus Hase75,

ließ Dich grds. mal hier ein:

http://www.vatersein.de/Forum-topic-20081.html

Bei den Kosten ist zwischen Gerichtskosten und den außergerichtlichen Kosten für ggfs. anwaltlichen Beistand zu unterscheiden.

Bei gerichtlicher Antragstellung werden fällig:

Sorgerecht ist eine Kindschaftssache. Für den Antrag fällt gemäß 1310 Kostenverzeichnis FamGKG eine 0,5 Gerichtsgebühr an. Der Regelstreitwert beträgt nach § 45 FamGKG 3.000,- €. Das ergibt dann eine Gerichtsgebühr i.H.v. 44,50 €.

Die Gebühr ist gemäß § 21 FamGKG vom Antragsteller zu entrichten.

Und nach 14 FamGKG hängt die Bearbeitung des Antrags von der Zahlung ab!

Ich hatte beim GSR-Antrag anwaltliche Hilfe, die nicht zu unterschätzen ist, und habe hierfür noch ca. 1.400 € bezahlt, wobei wir noch zusätzlich zum GSR einen Vergleich beim Umgang geschlossen hatten, was die Sache im Hinblick auf die Anwaltskosten dann etwas teuerer gemacht hat.

Viel Erfolg   


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 28. September 2011, 16:25:32
Erst einmal danke für eure Antworten. Werd mich nebenbei hier im Forum auch mal einlesen. Das ist schon sehr hilfreich.
Heute hatte ich ein Einschreiben von der Kindsmutter. Sie meinte vor einiger Zeit mal das sie "dann" auch den Unterhalt neu berechnen lassen wird wenn ich das gemeinsame Sorgerecht haben will (sollte wohl ihre Art der Drohung sein).
Genau das hatte ich heute im Briefkasten. Frist von etwas über 2 Wochen. Das schaffe ich natürlich zeitlich gar nicht. Aber das kann ich ja höflich begründen.
Allerdings möchte sie die nötigen Unterlagen zu sich geschickt haben um sie dann dem JA vorzulegen. Ich glaube kaum das ich dazu verpflichtet bin, oder? Es sollte doch vollkommen ausreichen wenn ich diese direkt zum JA sende?

Bin noch etwas wirr. Ich möchte lediglich die gemeinsame Sorge und jetzt scheint daraus eine Schlammschlacht zu werden. Es muß doch einen vernunftigen Weg geben  :exclam:


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: 82Marco am 28. September 2011, 16:31:00
Servus hase75!
Zitat
Allerdings möchte sie die nötigen Unterlagen zu sich geschickt haben um sie dann dem JA vorzulegen. Ich glaube kaum das ich dazu verpflichtet bin, oder? Es sollte doch vollkommen ausreichen wenn ich diese direkt zum JA sende?
Wann hast Du das letzte Mal Auskunft erteilt? Es gilt: Auskunftspflicht alle zwei Jahre, wenn Du dazu aufgefordert wirst.

Grüßung
Marco


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: TotoHH am 28. September 2011, 16:31:37
Moin.
Die zwei Sachverhalte haben eigentlich gar nichts miteinander zu tun.
Du musst für Dich entscheiden, ob es ein "Risiko" gibt, dass Du mehr KU zahlen musst, und ob Dir das GSR es Wert, dass dann mehr KU fällig wird. Und Du musst Dir bewusst sein, dass die höhere KU Forderung (wenn sie denn berechtigt ist), auch kommen kann, wenn Du i.S. GSR einen Rückzieher machst.

Ob die KU-Forderung berechtigt ist und ob Du Unterlagen einreichen musst, hängt von den Umständen ab: Auf welcher Grundlage wurde KU festgelegt? Wann war das? Hat sich Dein Einkommen seitdem signifikant verändert? Dazu gibt es hier Experten  :wink:

Gruß, toto

Edit: Da war schon einer der Experten etwas schneller  :wink:


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 28. September 2011, 16:43:36
Nein, ich sehe es nicht als "Risiko".  Das hat nichts mit dem gem. Sorgerecht zu tun. Davon bringt mich kein neu berechneter Unterhalt ab und auch keine Gerichts- oder Anwaltskosten.
Aber muß ich die geforderten Unterlagen denn tatsächlich zu ihr schicken?


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: 82Marco am 28. September 2011, 16:51:03
Servus!
Zitat
Aber muß ich die geforderten Unterlagen denn tatsächlich zu ihr schicken?
Wer hat sie bisher bekommen? Grundsätzlich kriegt sie derjeneige, wer sie anfordert...

Grüßung
Marco


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 28. September 2011, 17:06:25
Die Kindsmutter hat sie angefordert. Also Zitat des von ihr ausgefüllten Vordruckes:
"Hiermit bitte ich dich zur Prüfung des Unterhaltsanspruchs unseres Kindes mir folgende Nachweise sowie den beigefügten Ermittlungsbogen bis zum .... an mich, zur Vorlage beim Jugendamt zurückzusenden."


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: TotoHH am 28. September 2011, 23:57:09
Für mich bleibt erst noch die Frage zu klären, ob Du überhaupt verpflichtet bist, die Unterlagen zur Neuberechnung des KU vorzulegen,
dazu die Fragen
Auf welcher Grundlage wurde KU festgelegt? Wann war das? Hat sich Dein Einkommen seitdem signifikant verändert?

wenn Du nach dieser Prüfung verpflichtet sein solltest, die Unterlagen zur Neuberechnung vorzulegen, ist es letztendlich egal, ob der KM oder direkt dem JA. ob eine Frist von gut zwei Wochen angemessen ist, kann ich nicht abschliessend beurteilen, aber unmöglich kurz erscheint sie mir nicht.


Gruß, toto


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Biggi62 am 29. September 2011, 00:07:14
Hallo Hase75,

Die Kindsmutter hat sie angefordert.

Das ist ihr gutes Recht als gesetzliche Vertreterin eures mindesjährigen Kindes. Nur wenn ihr euch nicht einigen könnt, kann das Jugendamt im Rahmen der Beistandschaft den sorgeberechtigten Elternteil von deisem Papierkram entlasten.

Wenn du schon wegen solcher Formalien herumzickst, wird das von dir angestrebte Sorgerechtsverfahren voraussichtlich ein sehr bitterer Weg für dich. Das Zauberwort heißt: "Kooperation zum Wohle des Kindes".

Dennoch viel Erfolg wünscht dir

Biggi


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 29. September 2011, 07:05:42
Als erstes mal : ja, ich bin verpflichtet neu berechnen zu lassen. 2 Jahre sind in einer Woche rum und mein Einkommen hat sich auch verändert.

Zu der Frist :
Ich bin seit 4 Monaten in einem Arbeitsverhältnis. Diese Unterlagen innerhalb der Frist zusammen zu suchen, ist nicht das Problem.
Vorher allerdings war ich selbständig. Das Gewerbe ist noch nicht abgemeldet. Da in dem Fall auch Steuerbescheide und Gewinn- und Verlustrechnungen der letzten 3 Jahre fällig sind, ist dies auch mit viel gutem Willen nicht zu schaffen. Denn für das letzte Jahr müssen diese Unterlagen erst noch erstellt werden.
Aber wie gesagt: Das ist ja zu klären.

@Biggi62:
Ich zicke nicht rum. Aber ich frage mich: Wenn das JA den Unterhalt neu berechnet, reicht es ja wenn ich die Unterlagen direkt dort abgebe. Die KM sieht doch am Ende die Berechnung, das sollte doch reichen. Rumzicken würde ich wenn mir das Beschaffen der Unterlagen zu viel wäre oder ich grundsätzlich gegen die Neuberechnung wäre und dem ist nicht so.

"Kooperation zum Wohle des Kindes" .... klingt gut. Leider sind solche Gespräche mit der KM kaum möglich. Denn aus ihrer Richtung kommen nur Argumente wie "Was hab ich denn da für Vorteile?" .... oder .... "Ich sehe da nur Nachteile für mich"
Das zeigt auch ihr Verhalten im jetzigen Fall wegen dem gemeinsamen Sorgerecht.





Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Mux am 29. September 2011, 11:20:46
Moin hase75,

Zitat
@Biggi62:
Ich zicke nicht rum. Aber ich frage mich: Wenn das JA den Unterhalt neu berechnet, reicht es ja wenn ich die Unterlagen direkt dort abgebe. Die KM sieht doch am Ende die Berechnung, das sollte doch reichen. Rumzicken würde ich wenn mir das Beschaffen der Unterlagen zu viel wäre oder ich grundsätzlich gegen die Neuberechnung wäre und dem ist nicht so.

Nach den von Dir gegebenen Informationen (letzte Berechnung 2 Jahre her) hat die KM das Recht, den Unterhalt neu zu berechnen oder berechnen zu lassen. Da sie und nicht das JA die Unterlagen (z. B. im Rahmen einer Bestandschaft) angefordert hat, bist Du verpflichtet der KM die Unterlagen direkt zu schicken. Im Vorfeld einer Sorgerechtsverhandlung solltest Du Konflikte möglichst minimieren und nicht durch unsinniges Verhalten Dich angreifbar machen.

LG,
Mux





Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 29. September 2011, 16:02:09
Ich frage hier im Forum lediglich nach. Da kann von unsinnigem Verhalten keine Rede sein.
Und das die Kindsmutter das Recht hat neu berechnen zu lassen, ist doch auch völlig okay und dieses Recht greife ich nicht an. Daher gab es zu diesem Thema auch keinen Konflikt.

Hab heute mit dem JA telefoniert und die nette Dame am Telefon sagte mir das ich die Unterlagen der Selbständigkeit nicht einreichen bräuchte da sie für die Berechnung nicht mehr relevant sind. Passt ja, denn somit kann ich auch locker die Frist einhalten.

Weiterhin sagte sie mir das ich die Unterlagen auch direkt zum JA schicken kann. 
Meine Frage dazu ist also geklärt. Werde die nötigen Unterlagen gleich morgen raus schicken.


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: bagger1975 am 29. September 2011, 16:09:47
Servus Hase75,

wegen dem hier:

Im Vorfeld einer Sorgerechtsverhandlung solltest Du Konflikte möglichst minimieren und nicht durch unsinniges Verhalten Dich angreifbar machen.

solltest Du Dich nicht auf den Schlips getreten fühlen. @Mux hat definitiv Recht. Die Gerichte neigen beim GSR-Antrag nämlich gerne dazu, irgendwelche Unstimmigkeiten des täglichen Lebens als Grund anzuführen, Anträge abzulehnen. Insoweit solltest Du, das ist sein zutreffender Hinweis, nicht unnötig Munition liefern.

Viele Grüsse


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 29. September 2011, 16:25:09
Danke .... werd´s versuchen ;-)
Ist manchmal schwierig geschriebene Worte richtig zu interpretieren.



Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Mux am 29. September 2011, 17:12:27
Hi hase75,

Sorry, wenn das etwas rauh rüberkam... :redhead:

@bagger1975 Danke für die korrekte Interpretation  :)

LG,
Mux






Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 29. September 2011, 19:08:46
@Mux

Kein Problem :-)


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Biggi62 am 29. September 2011, 21:47:56
Sorry, wenn das etwas rauh rüberkam... :redhead:

@bagger1975 Danke für die korrekte Interpretation  :)

Hi Hase75, Mux und Bagger schreiben mir aus der Seele.

Ich wollte dich mit dem flapsigen Ausdruck "herumzicken" nicht kränken.

Meine Absicht war nur, dich darauf hinweisen, dass solche kleinlichen Scharmützel im Vorfeld einer GSR-Klage im Sinne des Antragstellers wenig hilfreich sind.

LG Biggi


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Malachit am 29. September 2011, 21:55:31
Hallo Hase,

Hab heute mit dem JA telefoniert und die nette Dame am Telefon sagte mir das ich die Unterlagen der Selbständigkeit nicht einreichen bräuchte da sie für die Berechnung nicht mehr relevant sind. Passt ja, denn somit kann ich auch locker die Frist einhalten.

Im Rahmen der Aktion "Gut Wetter machen mit der Ex, um die Chancen aufs GSR zu verbessern" könntest du ihr z.B. sagen: Aus sehr naheliegenden Gründen kannst du im Moment nur vier Gehaltsabrechnungen vorlegen, denn mehr als diese vier gibt es derzeit nicht und das Jugendamt hat gesagt, dass es so okay ist; allerdings bist du selbst-ver-ständ-lich damit einverstanden, dass eine außerplanmäßige Neuberechnung gemacht wird, sobald die "üblichen" zwölf Gehaltsabrechnungen vorliegen, d.h. ca. im Mai/Juni 2012.

Sogar wenn's dann (durch ein eventuell gestiegenes Gehalt, durch Sonderzahlungen, durch ausgeschüttete Leistungsprämien, oder was weiß ich) vorzeitig zu einer leichten Erhöhung des Unterhalts kommt, ist das vermutlich noch eher zu verschmerzen, als durch einen aktuell auszufechtenden Streit um die Höhe des Unterhaltes die Chancen auf das GSR zu verschlechtern. All zu gut sind diese Chancen leider eh nicht, so wie unsere lieben Familienrichter gepolt sind ;-(

Und wenn du mal taktisch denkst: Wenn der Unterhalt z.B. im Juni 2012 neu berechnet wird, hast du normalerweise im Anschluss daran zwei Jahre Ruhe. Falls das Gehalt bei dir individuell ausgehandelt wird und nicht durch Tarifverträge festgetackert ist, dann weißt du also immerhin schon, welchen Zeitpunkt du in den Verhandlungsgesprächen über eine Gehaltserhöhung anpeilen solltest ... Anfang des 3. Quartals 2012 wäre gut, d.h. unmittelbar nachdem du der Ex Auskunft erteilt hast und der Unterhalt neu berechnet wurde ;-)

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 30. September 2011, 07:26:41
Ich hab mal noch eine heikle Frage.
Ende Oktober haben die KM und ich ja nun das gemeinsame Gespräch beim JA zwecks gemeinsamen Sorgerecht. Meine Argumente dafür sind klar, ihre dagegen scheinbar auch.
Bei meinem ersten Gespräch allein dort hab ich eine Sache nicht erzählt was die KM betrifft. Einfach weil ich nicht mit Dreck werfen wollte.
Die KM ist seit Jahren (auch schon vor der Geburt unseres Sohnes) in psychologischer Behandlung. Genaue Diagnosen kenne ich nicht, nur Teilbereiche aus meiner Beziehung mit ihr. Fakt ist aber das sie die letzten Monate aufgrund der Therapie nicht arbeiten gehen konnte, krank geschrieben war und nun eine 6-wöchige Kur hinter sich hat, in einer Klinik für psychosomatische Erkrankungen.
Nun frage ich mich ob ich dies bei unserem gemeinsamen Gespräch beim JA evtl. doch erwähnen sollte. Vielleicht so das es nur angeschnitten ist und sie quasi damit raus rücken muß.
Ich bin unsicher. Einerseits möchte ich nicht diese Geschichte "nutzen", andererseits könnte genau das mich im gemeinsamen Sorgerecht weiter bringen. Oder eher nicht?
Fakt ist aber das ihre Krankheitsgeschichte mir tatsächlich Sorgen bereitet in Bezug auf unseren Sohn. Denn es kann auch durchaus sein das sie mal eingewiesen wird oder ähnliches.
Was meint ihr dazu?


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Malachit am 30. September 2011, 09:32:45
Hallo Hase,

heikle Sache.

Versuch's vielleicht auf diese Art und Weise anzusprechen: Du machst dir Sorgen, wer dringende Entscheidungen hinsichtlich des Kindes trifft, wenn die KM zum betreffenden Zeitpunkt krankheitsbedingt dazu gerade nicht in der Lage ist.

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: 82Marco am 30. September 2011, 10:27:57
Servus Hase!
Oder Du versuchst, es möglich allgemein zu halten, etwa: wenn KM aus welchen Gründen auch immer die elterliche Sorge für Euer Kind nicht wahrnehmen kann...

Grüßung
Marco


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: bagger1975 am 30. September 2011, 10:28:50
Servur Hase75,

heikle Sache.

In der jetzigen Situation (anstehendes Gespräch beim JA) würde ich die mitgeteilte Problematik definitiv nicht ansprechen. Nur -wenn absolut nötig- im Sinne von @Malachit`s und @Marco`s Vorschlag vorsichtig Bedenken äußern.

Vielmehr solltest Du bei dem Gespräch aus Sicht des Kindes die elterlichen Gemeinsamkeiten(!) betonen, d.h.

ihr als Eltern seid Euch v.a. einig(!), dass Kind geliebt, geborgen und beschützt aufwachsen soll und dies ist in der Vergangenheit erkennbar gelungen und hat Kind eine tragfähige Beziehung zu beiden Elternteilen. Du willst Dich in diesem Sinne einbringen und bestehst als verantwortungsvoller Elternteil deshalb auf die wichtigen Informations- bzw. Beteiligungsrechten ggü. Ärzten, Kiga später Schule etc.

Sollte die KM Alltagszwistigkeiten anführen, nicht drauf eingehen.

Eine echte Nagelprobe für große Entscheidungen gab es vermutlich noch nicht, deswegen darf man Dir auch nicht von vorneherein unterstellen, es gäbe beim GSR ständig Streit.

Sollte die KM unterschiedliche Erziehungsstile anführen, mitteilen, dass es einen einheitlichen Erziehungsstil nicht gibt, weil jeder Mensch natürlich unterschiedlich gesprägt ist und dies für jedes Kind nur eine Bereicherung darstellt.

Sollte KM bei ihrer (vermutlich unbegründeten) Verweigerungshaltung bleiben, geht`s zu Gericht und können dann dort ggfs. vorsichtig Zweifel und Befürchtungen im Hinblick auf die mitgeteilte Problematik und ihre Erziehungsfähigkeit vorgebracht werden.

Viele Grüsse   


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 25. Oktober 2011, 20:34:22
Heute war der gemeinsame Termin beim JA.

Um noch einmal kurz zurück zu greifen. Als wir das erste mal dort um ein Gespräch gebeten haben, waren wir bei einer Frau L. Diese war sehr nett und verständnisvoll. Da sie aber plötzlich lange im Krankenstand war, hatten wir zugestimmt das gemeinsame Gespräch von Frau S. übernehmen zu lassen.
Das war dumm und das hab ich dann heute begriffen.

Frau S. hatte keine Unterlagen von mir vorliegen. Wir haben also quasi bei 0 Informationen angefangen. Nachdem wir geklärt hatten das es bei diesem Termin nicht um den Umgang geht, sondern um das gemeinsame Sorgerecht, fragte sie die Mutter unseres Kindes was sie davon hält. Diese erklärte das sie kein gemeinsames Sorgerecht möchte weil sie bisher alle Entscheidungen allein getroffen hat und dies auch weiterhin so handhaben möchte.
Ab da hatte ich das Gefühl das Frau S. Partei ergriffen hatte und zwar die der Mutter. Sie antwortete das sie das sehr gut verstehen kann.
Egal was die Kindsmutter sagte, Frau S. hatte vollstes Verständnis. Ich kam kaum zu Wort und wenn, wurde ich mitten in meinen Erklärungen unterbrochen.

Mein Argument das ich mit gem. Sorgerecht bei Ärzten, Lehrern usw. auskunftsberechtigt wäre, wurde vom Tisch gewischt mit dem Vorschlag das man das alles mit Vollmachten lösen könnte.
Im Falle eines Todes würde sowieso immer für den Kindsvater entschieden, auch ohne gem. Sorgerecht.
Ich solle mir den Antrag gut überlegen da ein solcher Schritt oft die Kommunikation beeinträchtigen würde und es geht doch auch alles so.

Die KM wurde noch gefragt wie es bisher mit der Kommunikation so lief und sie antwortete das es keinerlei Probleme gibt.
Das war wahrscheinlich auch der einzig positive Aspekt in dem 40-minütigem Gespräch.

Die KM brachte noch an das ich ja seit meiner neuen Beziehung nicht mehr gemeinsam Geburtstag oder Weihnachten verbringen möchte. Worauf Frau S. erklärte das es doch aber dem Kindeswohl dienen würde und sie auch in diesem Jahr mit ihrem Ex und Ex-Schwiegereltern und jetzigen Schwiegereltern und jetzigem Mann im Urlaub war. (Wie schön für sie.)

Weiterhin sagte die KM dort das wir ihr Vorschriften machen würden das sie unseren Sohn falsch erzieht, was ich von mir gewiesen habe mit der Erklärung das es in der ganzen Zeit nur eine Meinungsverschiedenheit in der Richtung gab. Und zwar das er nachts noch immer eine Windel trägt, da es an den WE´s bei uns problemlos funktioniert. Sie ist der Meinung das der Junge von mir und meiner Lebenspartnerin unter Druck gesetzt wird, weil er bei uns nachts keine Windel tragen "darf". Ich hab erklärt das er nicht mal danach fragt und einfach nur stolz ist wie gut das klappt.

Sie meinte weiterhin das sich abzeichnet das mein Sohn nicht mehr bei uns übernachten möchte.
Ja, das ist uns auch aufgefallen. Jedes mal wenn wir ihn holen erklärt er als erstes das er nicht bei uns schlafen will weil es ihm bei uns nicht gefällt, steigt dann freudestrahlend ins Auto und ist guter Laune. Das ganz WE fällt dann kein Wort mehr darüber das er nicht bei uns schlafen will oder das ihm ja so gar nichts hier gefällt. Und wenn wir ihn nach hause fahren, fragt er meist ob er wieder mitkommen kann weil er noch eine Nacht bei uns bleiben will. So verhält sich doch kein Kind das unter Druck gesetzt wird oder bei dem sich abzeichnet das er diese Übernachtungen ach so schrecklich empfindet.

Irgendwann hab ich die KM direkt gefragt was eigentlich ist wenn sie aufgrund ihrer Krankheit mal zeitweise keine Entscheidungen treffen könnte. Da meinte sie, sie wäre nicht geistig krank, sondern nur depressiv.
Frau S. meinte dazu das auch in einem solchen Fall das FG dann immer noch entscheiden kann und "meist" für den Vater entscheidet.
Das kann doch nicht ihr Ernst sein? Kann? Könnte? Evtl? Hier geht´s um unseren Sohn.

Wie auch immer. Jedes Detail jetzt hier nieder zu schreiben, fällt momentan schwer. Kopf ist randvoll mit Gedanken und Gedanken und Gedanken.

Im Großen und Ganzen bin ich völlig enttäuscht von diesem Termin. Das hat sich die ganze Zeit angefühlt als würde alles was ich gesagt hab und sagen wollte, sofort nieder getreten, während die KM mit Verständnis überhäuft wurde, selbst wenn sie sich in einem Satz 4 mal widersprochen hat.

Nun weiß ich nicht welcher nächste Schritt am sinnvollsten wäre. Vielleicht noch einmal einen Termin bei dieser Frau S. zum Einzelgespräch? Dann hab ich vielleicht auch mal die Chance zu Wort zu kommen.





Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Beppo am 25. Oktober 2011, 20:41:41
Mit solchen Figuren diskutiert man nicht.

Da spricht man besser mit einem Stück feuchten Weißbrot.


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Marcus Gnau am 26. Oktober 2011, 11:07:39
Es ist durchaus schwierig, sich in dieser Situation richtig zu verhalten.

Natürlich kann man nun den gerichtlichen Weg einschlagen. Doch insoweit gilt es, eine intensive Interessenabwägung vorzunehmen. Denn die JA-Mitarbeiterin hat durchaus mit einem Recht: gerichtliche Anträge auf gemeinsames Sorgerecht führen in aller Regel zu Schwierigkeiten beim Umgang - und das muss es auch, jedenfalls aus mütterlicher Sicht. Denn das Bundesverfassungsgericht hatte in seiner Entscheidung zum gemeinsamen Sorgerercht nicht ehelicher Eltern angeordnet (Urteil vom 21.07.2010, Az.:1 BvL 420/09; im Internet zu finden auf der Website des Bundesverfassungsgerichts unter dem Button "Entscheidungen" unter Angabe des Aktenzeichens), dass die Gerichte zu prüfen haben, ob das gemeinsame Sorgerecht auch gegen den mütterlichen Willen dem Kindeswohl dient, sprich: vor allem ob die elterliche Kommunikation funktioniert und vielleicht sogar bereits gemeinsame elterliche Entscheidungen getroffen worden sind.
Ich rate deswegen immer, vor einem solchen Antrag eine einvernehmliche Umgangsregelung in trockene Tücher zu bekommen, wenn es eine solche noch nicht geben sollte. Anwälte, die Mütter vertreten jedoch raten aus genau dem selben Grund, die Kommunikation und den den Kindesumgang zu problematisieren, damit vorgetragen werden kann, dass nicht einmal der Umgang funktioniert, wegen der problematischen Elternkommunikation. Dies schließe die gemeinsame elterliche Sorge aus.

Beim gemeinsamen Sorgerecht ändert sich tatsächlich nicht viel, außer - und diese Tatsache ist nicht zu unterschätzen - dass man auskunftsberechtigt bei Schulen, Ärzten und Behörden ist und man nach den gesetzlichen Regeln das Kind in Obhut bekommt, wenn die Mutter auf Grund von Krankheit oder Tod sich nicht mehr kümmern kann und - ganz wichtig! - wenn der Wechsel des Kindes zum Vater nicht dem Kindeswohl widerspricht, sprich: es gefährdet (§ 1666 BGB). Ist man nicht sorgeberechtigter Vater, prüft das Familiengericht zwingend, ob der Wechsel des Kindes in den eigenen Haushalt das Kindeswohl fördert. Das ist ein erheblicher juristischer Unterschied, der nicht zu unterschätzen ist.
Die JA-Mitarbeiterin hat demnach entweder keine Ahnung hinsichtlich ihrer Aussage, dass die Kinder in solchen Fällern quasi automatisch zum Vater kommen, oder aber sie hat schlicht gelogen. Ohne gemeinsames Sorgerecht hat man in der Regel nämlich aus obigem gesetzlichen Grund sehr schlechte Karten, das Kind zu bekommen, wenn die Mutter ausfällt. Außerdem hat nahezu jede Mutter für solche Fälle vorgesort und schriftlich festgelegt, was mit dem Kind passieren soll. Oft wird es sogar testamentarisch geradezu vererbt an mütterliche Großmutter, mütterliche Tante, beste Freundin, usw.
Ansonsten hat man beim gemeinsamen Sorgerecht nicht viel mitzuentscheiden, weil nahezu alles im Rahmen des Aufenthaltsbestimmungsrechts durch die Mutter weiterhin entschieden wird. Ausnahmen sind unter anderem:
- Vermögenssorge,
- Gesundheitssorge (Auskunftsberechtigung der behandelnden Ärzte, Zustimmungserfordernis bei medizinisch nicht dringend erforderlichen operativen Eingriffen z. B. Mandel-OP, Beschneidung, usw.)
- Entscheidungsbefügnis bei weiterführenden Schulen ab der 5. Klasse (Grundschule wird auf Grund von Verwaltungsnormen festgelegt, und zwar für die örtlich für den Wohnort des Kindes zuständige Grundschule)
- Religionszugehörigkeit (ist meistens schon gegessen, jedenfalls dann, wenn das Kind schon getauft ist)
- Auswahl des Namens (ist außer bei Neugeborenen auch schon kein Thema mehr)
- Vetorecht bei Einbenennungen (§ 1618 Satz 3, 1. Alternative BGB), also wenn die Mutter neu heiratet und dem Kind den neuen Familiennamen geben möchte
- Zustimmungserfordernis, wenn die gemeinsame minderjährige Tochter ab dem 16. Lebensjahr heiraten möchte
- Zustimmungserfordernis bei Umzug ins Ausland, wobei einige wenige Richter die Entscheidung für einen Umzug ins Ausland durch das mütterliche Aufenthaltsbestimmungsrecht als ihre alleinige Entscheidungsbefugnis gedeckt sehen.

Nun muss man abwägen, ob man obige Entscheidungsberechtigungen gerichtlich erstreiten möchte, unter Inkaufnahme der Problematisierung einer bisher gegebenenfalls guten elterlichen Kommunikation und eines guten Umgangs. Einen ersten Warnschuss hat die Mutter dem TE ja schon vor den Bug gesetzt: die Übernachtungen.

Nun kann man ihm raten, stur den gerichtlichen Weg zu beschreiten, weil man sich nicht zum Lakaien der Mutter machen will. Eine solche Vorgehensweise birgt aber die Gefahr, dass die Situation sich nicht verbessert, sondern verschlechtert. Bisher sind jedenfalls die Familiengerichte eher geneigt, den Antrag zurück zu weisen, wenn die Mutter nicht will, als diesem auch gegen ihren Willen zu entsprechen. Dies wiederum dürfte in vielen Fällen dazu führen, dass sie zusätzliches Oberwasser gewinnt und sich für den gerichtlichen Antrag rächt, durch intensivere Machtausübung.
Es gibt aber auch gerichtliche Entscheidungen, die das gemeinsame Sorgerecht auch gegen den Willen der Mutter angeordnet haben. Insoweit ist man demnach nicht von Recht und Gesetz, sondern von der persönlichen Einstellung des Richters/der Richterin abhängig und davon, ob man den Antrag klug gestellt und das Verfahren ebenso klug und ohne eigene Polemik oder sonstiger Eskalationen und vor allem ohne Hinweis auf die eigenen Vaterrechte geführt hat. Denn die Vaterrechte kennt jeder Richter, Das eigene Pochen darauf führt in der Regel zu dem Ergebnis, dass es dem Vater nur um seine eigene Rechte geht und nicht um das Wohl des Kindes. Dies aber sei ein Indiz dafür, dass die Anordnung des gemeinsamen Sorgerechts zukünftig zu weiteren Streitigkeiten zwischen den Eltern führen wird, was dem Kindeswohl abträglich wäre - Ergo: Zurückweisung des Antrags!

Ich möchte niemandem von einem Antrag auf gemeinsame elterliche Sorge abraten. Ich halte es aber für besonders wichtig, dass man als Vater genau abwägt, was man tut - und das kann man nur, wenn man pro und contra kennt.

Um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen: ein erneuter Termin beim JA bei der inzwischen wieder genesenen Sachbearbeiterin dürfte müßig sein. Dies, da sie aus kollegialität gegenüber der anderen Mitarbeiterin vermutlich kaum etwas anderes sagen wird. Aber das ist nur meine eigene Vermutung.


Viele Grüße
Marcus Gnau


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: bagger1975 am 26. Oktober 2011, 12:15:30
Servus Hase,

@Markus ist bei seiner abwägenden Einschätzung der taktischen Situation in weiten Teilen zuzustimmen und er hat sie m.E. auch zutreffend geschildert.

Die Darstellungen der JA-Mitarbeiterin zeugen von absoluter Unkenntnis der rechtlichen Situation bei der Sorge oder vom gezielten Einlullen des GSR-begehrenden Elternteils oder schlicht beides in Kombination.

Der Hinweis auf Vollmachten kommt immer wieder, verkennt jedoch, dass Vollmachten stets widerruflich sind und deshalb stets im Belieben des vollmachtgebenden Elternteils stehen. Dagegen ist die elterliche Sorge grds. einmal nicht disponibel.

Dies hier:

Die KM wurde noch gefragt wie es bisher mit der Kommunikation so lief und sie antwortete das es keinerlei Probleme gibt.
Das war wahrscheinlich auch der einzig positive Aspekt in dem 40-minütigem Gespräch.

ist der Dreh- u. Angelpunkt.

Es ist davon auszugehen, dass es bei Euch die "Nagelprobe" bei großen Entscheidungen betreffend das Kind wohl noch nicht gab.

Deshalb liefe die Entscheidung des BVerfG "ad absurdum" wenn ein Elternteil mit der bloßen Befürchtung, man sei sich einmal in der Zukunft nicht einig, das GSR ohne tragfähige Anknüpfungstatsachen einfach aushebeln könnte.

Ein weiteres Gespräch beim JA halte auch ich wegen den Erwägungen von @Markus für nicht zielführend. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Suche Dir als nächstes einen guten und fachlich versierten Fachanwalt(in) für Familienrecht und wäge mit diesem vorab noch einmal genau Deine Situation und Chancen ab.

Meine KM hatte bis zu meinem gerichtlichen Antrag, der mit meiner Fachanwältin genaustens abgestimmt und vorbereitet war, auch immer nur abgeblockt. Schließlich hat sie im Verfahren dem GSR dann doch zugestimmt, als deutlich war, dass sie sich total verannt hatte und ihr Vortrag bzw. ihre Motivlage gerade nicht im Sinne des Kindes ausgerichtet war. Auch haben wir für den Fall einer allenfallsigen zukünftigen Uneinigkeit vorsorglich eine sog. Mediationsvereinbarung geschlossen, die damals zu Protokoll genommen wurde.

Viel Erfolg 


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 26. Oktober 2011, 13:22:43
Danke für eure Antworten.

Meine Frage war sicherlich ein wenig verwirrend. Ich meinte mit dem evtl. nochmaligem Einzelgespräch nicht die erste Dame vom JA, sondern genau die von gestern. Mein Gedanke dazu war, das ich sie ohne Beisein der KM und demzufolge auch ohne Unterbrechungen von meinen guten Absichten als Vater überzeugen könnte. Bin aber wie gesagt nicht sicher ob das eine gute Idee ist oder vielleicht sogar komplett nach hinten los gehen könnte.

Was die Kommunikation betrifft: Natürlich könnte es sein das sich diese verschlechtert wenn ich den Antrag einreiche.
Ich sehe es aber so das sie sich auch ohne Antrag verschlechtern kann. Mein Sohn ist 4. Also noch etliche Jahre in denen ich der Willkür der Mutter ausgeliefert bin.
Der Umgang funktioniert und ich bin dankbar dafür. Aber es reicht mir nicht. Ich möchte mehr sein als ein Wochenend-Papa. Ich möchte Auskünfte wenn sie mir notwendig erscheinen und teilhaben an seinem Leben, inkl. Sicherheit für meinen Sohn und mich.

Zwei Fragen: 
"Ich rate deswegen immer, vor einem solchen Antrag eine einvernehmliche Umgangsregelung in trockene Tücher zu bekommen ..."
Was heißt das? Sollte die derzeitige Umgangsregelung schriftlich festgehalten werden?

"Auch haben wir für den Fall einer allenfallsigen zukünftigen Uneinigkeit vorsorglich eine sog. Mediationsvereinbarung geschlossen ..."
Was ist eine Mediationsvereinbarung?

Danke noch mal. Ich bin froh das es dieses Forum gibt.


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: bagger1975 am 26. Oktober 2011, 14:05:18
Servus Hase,

eine einvernehmlich (außergerichtlich) festgelegte Umgangsregelung mit der KM hast Du ja vermutlich, denn sonst würdest Du Dein Kind nicht regelmäßig sehen. Das spricht grds. schon einmal für GSR und elterliche Kommunikation.

Unsere geschlossene Mediationsvereinbarung bedeutet:

Wir haben uns wechselseitig verpflichtet, für den Fall, dass wir uns als Eltern einmal in einer Frage der elterlichen Sorge zukünftig uneinig sind, uns zur Lösung gemeinsam mit einem neutralen Dritten (Mediator) zusammen zusetzen und zu versuchen gesprächsweise eine Einigung zu erzielen.

Zum Verständnis: KM und ich wollten ehrlich gesagt nie wieder vor Gericht landen und deswegen haben wir mind. 3 obligatorische Mediationsversuche vereinbart, ehe ein Elterteil das FamG anrufen darf. Bislang hatten wir seit der Geburt unserer Tochter alle Probleme v.a. beim Umgang einvernehmlich durch Mediationsgespräche bei einem Familienhilfeverein gelöst. Das war zwar alles sehr belastend und sehr mühsam, aber letztendlich erfolgreich und deswegen habe ich diese Vereinbarung gerne abgeschlossen. V.a. durch die laufenden und dokumentierten Mediationsgespräche konnte KM im GSR-Verfahren nicht behaupten, des gäbe keine Kommunikation (das meine ich überigens mit gut vorbereitet sein und diese Vorgehensweise hatte mir damals übrigens meine Anwältin geraten, nennt sich die "Salamitaktik").

Beim SR hat meine KM trotz Mediation und ohne tragfähige Gründe jedoch leider immer geblockt, sodass der gerichtliche Antrag notwendig war und von mir dann konsquenterweise auch gestellt wurde.

Ich darf auch berichten, dass sich seit dem GSR die Kommunikations- u. va. Kooperationsbereitschaft der KM sehr gebessert hat, denn nun kann sie nicht mehr nur von "ihrem" Kind sprechen, über dass sie ganz "alleine" entscheidet...v.a. das war psychologisch sehr wichtig und hat zu einem notwendigen Umdenken bei der KM geführt...     

Viele Grüsse   


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 26. Oktober 2011, 15:11:48
Nun ja, ich sehe meinen Sohn regelmäßig jedes 2. We von Freitag nachmittag bis Sonntag abend.
Allerdings ist dies nirgends schriftlich festgehalten. Wäre das sinnvoll?

Was mir noch so im Kopf rum schwirrt. Das Gespräch gestern beim JA. Ist es möglich ein Gesprächsprotokoll davon zu bekommen? Oder ist das nicht üblich?



Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Marcus Gnau am 26. Oktober 2011, 15:32:25
@hase75,
wenn der Umgang nicht schriftlich festgehalten wurde, ist das nicht weiter tragisch. Es genügt die Behauptung im gerichtlichen Antrag, dass die Parteien eine einvernehmliche Umgangsregelung getroffen haben und dieser Umgang zuverlässig und ohne Probleme umgesetzt wird.
Wenn die Mutter nicht widerspricht, gilt diese wichtige Voraussetzung für die Anordnung des gemeinsamen Sorgerechts als zugestanden, sprich zutreffend. Widerspricht sie, würde ich - das kann bereits jetzt vorbereitet werden - eine Aufstellung des erfolgten Umgangs seit mindestens einem Jahr machen. Auf alle Fälle sollte bereits jetzt ein Umgangstagebuch angefertigt werden, das man gegebenenfalls aktenkundig machen kann, wenn die Frage, ob einvernehmlicher Umgang stattfindet, streitig wird.

Ein Gesprächsprotokoll wird es sicherlich nicht geben. Aber fragen kostet ja nichts.
Man kann übrigens selbst ein Gedächtnisprotokoll anfertigen, in dem man möglichst zutreffend den Inhalt des Gesprächs wieder gibt. Ganz wichtig aber: nur sachliche Schilderung!!! Keine Vorwürfe, polemische Interpretationen, usw.!!! Überhaupt sollte auf jegliche Polemik verzichtet werden!!!!!
Dieses Protokoll sollte man dann auch an alle Beteiligten versenden, mit folgendem Satz:
"Hiermit bestätige ich Ihnen den Inhalt des am ..... um .... Uhr in den Räumen des Jugendamts des Kreises ..... zwischen Frau ..... (Kindesmutter) unter Moderation der Frau ..... (Jugendamtsmitarbeiterin) geführten Elterngesprächs für Ihre Unterlagen.

MfG,
....
(Kindesvater)

Damit hat man den Inhalt des gesprächs jedenfalls dann ziemlich wasserfest dokumentiert, wenn keiner dem Inhalt widerspricht. Frau kann dann zwar später im gerichtlichen Verfahren immer noch behaupten, dass das Gedächtnisprotokoll unzutreffend ist, aber ein geschickter Anwalt wird es verstehen, diesen Vortrag als Schutzbehauptung darzustellen.


Viele Grüße
Marcus Gnau


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: bagger1975 am 26. Oktober 2011, 16:05:43
Servus Hase,

na Bitte:

Nun ja, ich sehe meinen Sohn regelmäßig jedes 2. We von Freitag nachmittag bis Sonntag abend.

den so beschriebenen Umgang habt ihr(!) als Eltern also ohne gerichtliche Streitereien gemeinsam und einvernehmlich hinbekommen und dieser Umgang wird wohl laufend praktiziert. Dies spricht schon einmal für GSR und bestehende Kommunikation. Gab es evtl. ergänzend schon einen gemeinsame Urlaub von Dir und Kind und habt ihr Euch als Eltern ebenfalls hierüber abgesprochen?

Wie @Markus richtig schreibt ist ggfs. vorbeugende Dokumentation wichtig, denn man(n) mag es kaum für möglich halten, zu welchen Falschbehauptungen manche KM im Verfahren fähig sind, wenn es an ihre bisherige Alleinsorge geht...da sollte man notfalls auf alles gefasst und vorbereitet sein....

Viele Grüsse


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 26. Oktober 2011, 16:45:29
Nein, gemeinsamen Urlaub gab es noch nicht. Aber außerhalb des regelmäßigen Umgangs einige kleinere Absprachen zu zusätzlichem Umgang. Wie zum Beispiel jetzt zum 31.Oktober. Da hatten wir wegen Halloween angefragt und sie hat zugesagt.
Solche Beispiele gibt es noch ein paar.

Wir schreiben mittlerweile schon alles auf. Wann wir telefoniert haben, Inhalt der Gespräche, wann welche Absprachen entstanden sind, wann wir den Jungen geholt und zurück gebracht haben ... usw.
Aber eben erst seit ca. 3 Monaten.

Ich hab einfach nur Bedenken wenn ich den Antrag einreiche und der/die Richter/in eine Empfehlung vom JA wünscht, das dann diese Frau S. zum Zug kommt. Wenn sie sagt das sie Bedenken hat, dann haben wir doch schon verloren ... oder nicht?

@bagger: Was hältst du von Marcus Gnau seinem Vorschlag selbst ein Gesprächsprotokoll anzufertigen und es zur Unterschrift vorzulegen? Ich find den Vorschlag eigentlich gut.



Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: oldie am 26. Oktober 2011, 16:52:31
Hi

Gesprächsprotokoll auf jeden Fall, schon allein dashalb, um die eigenen grauen Zellen zu entlasten bzw. ihnen später mal auf die Sprünge zu helfen. Zuschicken auch, das schadet nicht. Ob es hilft bleibt abzuwarten. Unterschriften wirst Du vermutlich nicht bekommen. Würdest Du denn im umgekehrten Fall freiwillig (denn nichts anderes gilt hier) unterschreiben, ein Papier, welches der "Feind" verfasst hat mit einem Inhalt, den Du nicht willst?

Gruss oldie

PS: Und wenn Du schon mit Gesprächsprotokoll anfängst, beachte bitte diesen Beitrag (http://www.vatersein.de/Forum-topic-7755.html). Denn erst dann macht es so richtig Sinn.


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: bagger1975 am 26. Oktober 2011, 17:00:25
Servus Hase,

keine Einwände! Vorsicht ist besser als Nachsicht, aber vorlegen würde ich das Gedächtnisprotokoll nur bei Bedarf, sofern KM im Verfahren das Flunkern anfängt oder falsch vorträgt, was vorkommen kann.

Die bisherigen Umgänge der Vergangenheit kannst Du evtl. auch ganz einfach über Fotos rekonstruieren, sofern Du von Kind welche bei den Umgängen gemacht hast. Das Aufnahmedatum läst sich bei "Eigenschaften" der jeweiligen Bilddatei abfragen.

Schnapp Dir einfach die Jahrskalenderübersichten der letzten 4 Jahre und trage die absolvierten Umgänge an den Wochenenden etc. ein. Diese Kalenderübersicht kannst Du bei Bedarf dann auch noch vorlegen...und diese wird sicher die Regelmäßigkeit Eures einvernehmlich praktizierten Umgangs ausweisen.

Viel Erfolg  


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: 82Marco am 26. Oktober 2011, 17:21:33
Servsu hase75!
Zum zu versendenden Gesprächsprotokoll:
Ich würde als Schluss-Satz im Anschreiben sinngemäß schreiben:
Die Empfänger diese Protokolles werden gebeten, den Inhalt auf Vollständigkeit zu prüfen und bis spätestens 7 Tagen nach Empfang Einwände/Ergänzungen dem Verfassser mitzuteilen, anderenfalls gilt das Protokoll als anerkannt.

...oder so ähnlich.  :wink:

Grüßung
Marco


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 26. Oktober 2011, 17:45:00
@82Marco:  :thumbup:  :)

vielleicht wäre es in der Formulierung noch besser " .... dem Verfasser schriftlich mitzuteilen."


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Bester Papa am 26. Oktober 2011, 22:08:22
Also als jemand, der dieses Forum sehr schätzt und fast täglich mal reinschaut, bin ich doch sehr verwirrt, dass hier nun Rechtsanwälte wie Herr Gnau auf subtile Art und Weise Werbung für sich machen dürfen.

Ich habe vor Monaten selbst das GSR für meine uneheliche Tochter bei Gericht beantragt, hatte vor ca. 6 Wochen meine Gerichtsverhandlung und warte seitdem auf ein Urteil. Auch wenn ich nicht verstehen kann, warum das Urteil solange auf sich warten lässt, muss ich doch sagen, dass ich glaube, mit der Richterin Glück gehabt zu haben.

Wenn das Urteil vorliegt, gebe ich meine Erfahrungen diesem Forum sehr gerne weiter, aber Beiträge von Rechtsanwälten geben diesem sehr geschätzten Forum einen negativen Beigeschmack.

Herr Gnau war schon im Forum des VafK unterwegs und hat dort zum Teil neg. Beiträge geerntet. Eine Userin wird w/ angebnblicher Werbung für ein Buch niedergemacht, einen Anwalt läßt man walten.

@ Marcus Gnau: Wenn Sie schon Beiträge als betroffener Vater veröffentlichen wollen, legen Sie sich doch ein Pseudonym zu wie alle anderen hier auch. Das ist dann wesentlich glaubwürdiger.

Ist nur so meine Meinung.

Bester Grüße

Bester Papa
 


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: midnightwish am 27. Oktober 2011, 10:24:12
Hallo bester Papa,

Zitat
Eine Userin wird w/ angebnblicher Werbung für ein Buch niedergemacht, einen Anwalt läßt man walten.

Nein. Er wurde bereits von verschiedenen Mods und Admins darauf aufmerksam gemacht, das hier Werbung unerwünscht ist. Und von Seiten des Teams wird das auch kritisch beobachtet  :wink:

LG Tina


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Marcus Gnau am 28. Oktober 2011, 11:44:29
Ich verstehe nicht, dass meine Beiträge als Schleichwerbung aufgefasst werden. Ist denn die Tatsache, dass ich es für glaubwürdiger halte, wenn ich hier unter meinem Klarnamen auftrete und ich Rechtsanwalt bin, ausreichend, um auf unlautere Schleichwerbung zu schließen? Wären meine Beiträge willkommener, wenn ich ein Pseudonym verwenden und ob meiner etwas gemäßigteren Einstellung zu vielen anderen hier dann vielleicht bei einigen den Eindruck eines Fakes aus dem feministischen Lager machen würde?

Ich plaudere hier aus dem anwaltlichen Nähkästchen und gebe Informationen preis, damit sich Väter, die sich einen Anwalt nicht leisten wollen oder können, möglichst gut informiert selbst aktiv werden können. Wer meine Postings aufmerksam liest, wird schnell feststellen, sofern er das noch nicht gemacht hat, dass ich zu denen gehöre, die vor übereilten gerichtlichen Schritten, an denen Anwälte verdienen, massiv abrate.
Ich schreibe hier unter meinem Klarnamen und dem Hinweis, dass ich mit fachlichem Hintergrund ausgestattet bin, um den Rat suchenden Vätern - man sehe mir das nach - nachvollziehbar zu machen, dass mein Posting kein solches eines Laien, sondern fachlich fundiert ist. Dies, damit er sich bei Bedarf und Wunsch intensiv selbt damit auseinander setzen kann und er damit Hilfe erfährt.

Übrigens: bisher hat sich hier noch kein Mandat ergeben und ich rechne auch nicht damit, dass sich solche in so nennenswertem Umfang ergeben werden, dass sich mein Engagement hier im Forum rein betriebswirtschaftlich rechnen würde. Das war und ist im Forum des VafK auch nicht der Fall. Aber das werden mir meine Kritiker auch wieder nicht glauben.

Noch ein Übrigens: die ständige Duiskussion darüber, dass ich hier mit Klarnamen schreibe, ist doch hinsichtlich der Vermeidung von Werbung kontraproduktiv :wink:. So manch einer dürfte durch diese doch erst besonders aufmerksam auf mich werden.

Und ein letztes Übrigens: wie vereinbart sich denn die bezahlte Werbung von Anwälten oberhalb der Buttons mit dem Anspruch des Forums, werbefrei zu sein?  :wink: :wink: :) Doch bei den Anwälten weiß kein User, wie die arbeiten.

Ich wünsche mir, dass die Diskussion um meine Person nunmehr ein endgültiges Ende findet und meine Postings einzig und allein als das wahrgenommen werden, was sie sein sollen und in meinen Augen auch sind: hilfreich für betroffene Väter!


Lieben Gruß und ein schönes Wochenende,
Marcus Gnau


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Marcus Gnau am 28. Oktober 2011, 11:49:40
Ach, noch etwas zu meinem Rat an den TE, ein Gedächtnisprotokoll zu erstellen und an alle Beteiligten zu schicken:

In der Regel kann man davon ausgehen, dass keine Einwände gegen dieses erhoben werden. Das JA wird dies aus zeitlichen Gründen nicht machen, vor allem dann, wenn es das Gespräch zutreffend wieder gibt. Das ist dann in einem gerichtlichen Verfahren fast so gut, wie ein vom JA verfasstest Protokoll und hat deswegen eine höhere Beweiskraft, als ein zunächst unter Verschluss gehaltenes Gedächtnissprotokoll, das man nur im Bedarfsfall und möglicher Weise erst in der mündlichen Verhandlung aktenkundig macht. Diese würde dann vom mütterlichen Anwalt mit Sicherheit leicht verrissen werden.


Viele Grüße
Marcus Gnau


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Wolkenhimmel am 28. Oktober 2011, 11:53:38
wie vereinbart sich denn die bezahlte Werbung von Anwälten oberhalb der Buttons mit dem Anspruch des Forums, werbefrei zu sein? 

Ich sehe da immer nur Schuhe und andere Klamotten...  :rofl2:

(Sorry für das OT, aber es ging nicht anders.)


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: midnightwish am 28. Oktober 2011, 11:58:56
Ich verstehe nicht, dass meine Beiträge als Schleichwerbung aufgefasst werden. Ist denn die Tatsache, dass ich es für glaubwürdiger halte, wenn ich hier unter meinem Klarnamen auftrete und ich Rechtsanwalt bin, ausreichend, um auf unlautere Schleichwerbung zu schließen? Wären meine Beiträge willkommener, wenn ich ein Pseudonym verwenden und ob meiner etwas gemäßigteren Einstellung zu vielen anderen hier dann vielleicht bei einigen den Eindruck eines Fakes aus dem feministischen Lager machen würde?

Ein neutraler Nick wäre deutlich besser, Zumal du dann auch etwas mehr von deiner Geschichte erzählen könntest. Auf der einen Seite bist du im öffentlichen Fernesehen aufgetreten, auf der anderen Seite möchtest du hier nichts von deienr Geschichte preisgeben, da du Probleme Mit der KM und dem Kind befürchtest. Für mich beissen sich diese beiden Aussagen. Und das ergibt durchaus das Bild, das du hier gerne auf Mandantenfang gehen würdest.


Zitat
Und ein letztes Übrigens: wie vereinbart sich denn die bezahlte Werbung von Anwälten oberhalb der Buttons mit dem Anspruch des Forums, werbefrei zu sein?  :wink: :wink: :) Doch bei den Anwälten weiß kein User, wie die arbeiten.

Dir dürfte in diesem Zusammenhang nicht verborgen geblieben sein das diese Werbung über G. geschaltet wird. Auf den Inhalt dieser Banner hat der Betreiber dahe keinen Einfluß. Eine solche Seite vreursacht aber leider eben auch Kosten nunmal irgendwie gedeckt werden müssen, von daher gibt es nur die Wahl Werbung von G. zuzulassen oder "mitgliedbeiträge" oder Spenden zu erbitten.

Zitat
Ich wünsche mir, dass die Diskussion um meine Person nunmehr ein endgültiges Ende findet und meine Postings einzig und allein als das wahrgenommen werden, was sie sein sollen und in meinen Augen auch sind: hilfreich für betroffene Väter!

Gerne doch. Dann schreib doch mal als vertrauensbildende Maßnahme deine Geschichte ein wenig auf  :wink:

LG Tina


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: midnightwish am 28. Oktober 2011, 12:01:11
Ich sehe da immer nur Schuhe und andere Klamotten...  :rofl2:

(Sorry für das OT, aber es ging nicht anders.)

Und ich Abnehmtipps, Hörbücher und EBooksempfehlungen  :rofl2:

Nennt sich auch personalisierte Werbung  :phantom:

LG Tina


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: oldie am 28. Oktober 2011, 12:07:36
@Marcus Gnau

Das ist jetzt der letzte Hinweis. Lasse alle Bezugnahmen auf Deine Tätigkeit in Deinen Beiträgen sein, entferne in Deinem öffentlichen Profil ebenfalls jeden Hinweis darauf. Ganz ehrlich, wenn Du tatsächlich aus privatem Interesse hier Dich einbringst, wozu diese Bezugnahmen? Um Deine Aussagen aufzuwerten? Ich würde es besser finden, wenn Du Deinen ACC noch mal neu anlegst - diesmal anonym. Und Dich an das eingangs gesagte hältst. Ob Dir das gefällt oder nicht - Deine Entscheidung. Meine habe ich getroffen.


Gruss oldie


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Marcus Gnau am 28. Oktober 2011, 12:25:54
@oldie,

gerne hätte ich mich jetzt mit Dir einmal persönlich per E-Mail in Verbindung gesetzt, aber leider bist Du so anonym, dass das nicht geht. Vielleicht schreibst Du mir ´mal eine E-Mail.


Lieben Gruß,
Marcus Gnau


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: 82Marco am 28. Oktober 2011, 12:35:26
@Marcus:
gerne hätte ich mich jetzt mit Dir einmal persönlich per E-Mail in Verbindung gesetzt, aber leider bist Du so anonym, dass das nicht geht.
Schick doch oldie einfach eine PN...

Grüßung
Marco


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: oldie am 28. Oktober 2011, 12:44:29
Hi

Anonymität ist ein Segen, vor allem langfristig betrachtet. :wink: Ansonsten unter meinem Avatar auf das Briefsymbol klicken oder direkt als e-Mail-Adresse oldie@vatersein.de eingeben.

Gruss oldie


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Beppo am 28. Oktober 2011, 12:49:57
Marcus, ich würde es auch begrüßen, wenn du deinen Account anonymisieren würdest.
Dieses ist ein offenes Diskussionsforum und eben keine Rechtsberatung.
Jeder hat hier das Recht, seine Fragen zu stellen, seine Meinung zu sagen oder seine Erfahrungen und Kenntnisse weiter zu geben.
Wir haben hier auch andere Leute, die zu anderen Fragen eine besondere Kompetenz haben, wie z.B. in medizinischen, versicherungstechnischen, oder steuerlichen Fragen.
Auch diese Fachleute kommen ohne ein Messingschild an ihrem Profil aus.
Sie überzeugen einfach durch durch ihre Kompetenz.
Ich bin sicher, dass auch du ohne ein solches Schild auskommst, denn deinen Beiträgen merkt man auch so an, dass du etwas von dem Thema verstehst. Ob als Jurist oder als Vater.
Da bedarf es nicht noch des Hinweises "Ich habe rechter also du, denn ich bin Jurist."

Nicht zuletzt würden sich die anderen User vielleicht abgeschreckt fühlen, weil sie glauben, sie könnten sowieso nicht mit deinen Fachkommentaren mithalten.

Ich würde mich freuen, wenn du dich mit diesen Regeln arrangieren könntest und dich auch ohne Anwaltsschild hier weiter so gut einbringst.

Gruss Beppo


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 28. Oktober 2011, 13:18:40
... und ich würde es begrüßen wenn ihr für diese Diskussion einen neuen Thread eröffnen könntet.
Das soll kein Vorwurf sein, ist eher mit einem Lächeln geschrieben, aber irgendwie gehört´s hier nicht rein.


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 01. November 2011, 20:45:23
Als ich heute meinen Sohn zur Mutter zurück gebracht habe, kam sie schon mit schlechter Laune und ohne jegliche Begrüßung raus. Sie hatte das Gedächtnisprotokoll bekommen und mich sofort gefragt ob wir sie jetzt fertig machen wollen. Weiter sagte sie das wohl nur positive Dinge für mich da drin stehen würden und warum ich nicht erwähnt hätte das sie mir nie Steine in den Weg gelegt hätte wenn es um den Umgang ging.
Ich erklärte ihr das niemand sie fertig machen will, das die Dame vom JA aber nun mal kein Protokoll verschickt und diese mir empfohlen hat selbst eins anzufertigen. Weiterhin erklärte ich ihr das im selbigen unter anderem zu lesen steht das die Kommunikation zwischen uns als Eltern seit Jahren reibungslos funktioniert und ein Umgang einvernehmlich und geregelt statt findet. Also hab ich es auch erwähnt das sie mir nie Steine in den Weg legt.
Dann versuchte sie mir zu erklären das sie bis vor kurzem ja nicht mal wußte das sie das alleinige Sorgerecht hat. Da war ich kurz sprachlos und hab mich tief im Inneren gefragt warum sie es mir dann schon von Geburt an verweigert. Nun ja .... nur nicht drauf eingehen. Der Kurze war in der Nähe und eine Eskalation somit nicht angebracht.
Absprache wegen kommenden WE gerettet und auf nach hause.

Danach hatte ich noch meinen Termin bei einer Anwältin für Familienrecht.
Hab mein Problem geschildert und wir sind erst mal so verblieben das sie einen Brief an die KM schicken wird, den sie mir vorher als Entwurf zusendet und dann auf grünes Licht von mir wartet.
Die Anwältin sagte mir auch das viele Teile der Entscheidung dann von persönlichen Empfindungen der Teilhabenden abhängen wird und man somit kaum von Erfahrungswerten reden kann. Mein Sohn würde wohl einen Verfahrenspfleger bekommen. Auch diese Leute arbeiten, ähnlich wie beim JA, nicht zwangsläufig objektiv.
Insgesamt schätzt sie meine Chancen aber recht gut ein. Ist ihre Meinung, aber sie entscheidet am Ende ja nicht.

Ich hab Angst vor dem Krieg der ausbrechen könnte wenn die KM tatsächlich irgendwann Post bekommt vom FG, wenn ich den Antrag dann gestellt habe. Sie fühlt sich so schnell persönlich angegriffen.

Man sagt das mit dem Antrag gegen den Willen der Mutter die Kommunikation und meist auch der Umgang leidet.
Aber wer sagt mir denn das beides nicht leidet ohne Antrag? Sie ist ein sehr labiler Mensch, schwankt ständig in ihrer Gefühlswelt und das macht sich immer wieder in ihrem Handeln und in ihrer Kommunikation bemerkbar.

Beides macht mir Angst. Aber vielleicht ging es dem einen oder anderen Vater vor dem Schritt den Antrag abzuschicken ähnlich ....









Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: oldie am 01. November 2011, 21:28:12
Moin hase

Gute Aktionen und Reaktionen von Dir. Das alles war m.E. genau richtig. Aus Deinem Gesprächsprotokoll mit der KM bzgl. der Kindesübergabe könnte man vermuten, dass das SR betreffend ein Einlenken von der KM nicht zwangsläufig von der Hand zu weisen ist. Zumindest scheint es bei ihr eng zu werden. Und sie weiss dabei, dass nicht Du der Störfaktor bist, sondern - ganz genau - sie selber.

Dein Angst hat Gründe. Du willst keinen Krieg, keine Verstimmung. Aber Du weisst genau, es geht hier um mehr als die Befindlichkeiten der KM  - und nichts anderes ist es. Sage Dir selbst, sie bräuchte nur Ja zu sagen, und alles wäre absolut überflüssig. Wenn Deine Einschätzung richtig ist, dass sie sich so schnell angegriffen fühlt, so kann es zukünftig richtig schlimm werden. Nämlich dann, wenn Sohn als eigenständiger Part in Erscheinung tritt. Und das ist nur eine Frage der Zeit. Nicht ob, sondern wann.

Einem Verfahrenspfleger (VP) kann man z.B. mit einem Gutachter (GA) begegnen, diesem widerum mit einem Gegengutachter. Rechtlich ist vieles möglich, nur wird es dann auch teuer, manchmal so richtig.

Kopf hoch.

Gruss oldie


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: bagger1975 am 02. November 2011, 12:41:23
Servus hase75,

ich kann Deine Angst oder Furcht im Hinblick auf sämtliche Eventualitäten bei gerichtlicher Antragstellung gut verstehen. Es ist auch richtig, dass Du Dir diese Entscheidung nicht leicht machst.

Ich habe damals den Antrag auf GSR konsequenterweise erst gestellt, als alle(!) anderen Möglichkeiten (Gespräche, Mediation, Brief) ausgeschöpft waren und KM immer nur stur bei ihrem unbegründeten Nein blieb.

Das GSR hatte bei mir deshalb auch etwas mit Selbstachtung als sich kümmernder Elternteil zu tun und war v.a. auch der Hebel im Sinne des gemeinsamen Kindes die KM auf die richtige Elternebene zu bringen, was letztendlich gut geklappt hat.

Vermittle der KM doch einfach, dass das GSR v.a. vorrangig dem Schutz Eures gemeinsamen Kindes dient, falls ein Elternteil ggfs. kurzfristig oder dauerhaft einmal wegen Krankheit oder Unfall ausfällt. Dann kann es nämlich nicht so leicht zu einer behördlichen Inobhutnahme des Kindes in eine Pflegefamilien durch JA kommen, die sich ggfs. nur schwer wieder rückgängig machen lässt. Diese Folge sollte eigtl. nicht im Sinne der KM sein.

Und auf stets widerrufliche Vollmachten oder testamentarische Verfügungen (diese Angebote werden im Hinblick auf das alleinige SR der KM gerne gemacht) solltest Du Dich nicht einlassen.

Viele Grüsse   


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Bester Papa am 02. November 2011, 14:27:24
Hallo Hase,

da ich selber zur Zeit in einem Sorgrechtsverfahren stecke und auf das Gerichtsurteil zum GSR meiner unehelichen Tochter warte, kann ich Dir nur sagen, dass Dein kind mit hoher W-keit einen Verfahrensbeistand bekommen wird, so wie bei mir auch. Auch das Jugendamt wird gehört. In meinem Fall haben sich beide eher neutral verhalten, also nicht wirklich pro GSR aber auch nicht contra Vater. Das JA war sogar leicht positiv auf meiner Seite. Da kommt es immer auf den Einzelfall an.

Wenn Du vor Gericht gehst, musst Du mit Krieg rechnen. Vor allem, wenn sich KM auch einen Anwalt nimmt. Der (oder die) wird mit Dreck werfen, so wie in meinem Fall.  Da werden Lügen verbreitet, mit denen man nie gerechnet hätte. In der Tat schickt man die Eltern mit einem solchen Verfahren in den Krieg.  Jeder Politiker/in in Berlin, der daher bei dem neuen Gesetz eine Antragslösung fordert und das automatische Sorgrecht ab Geburt in Frage stellt, lebt an der Wirklichkeit vorbei und gehört aus dem Bundestag geprügelt.

Auch ich habe mit massivem Umgangsboykott gerechnet, ist aber nicht passiert.

Sobald das Urteil vorliegt, werde ich detailliert berichten.

Für mich gab es aber nie einen Zweifel, ob ich vor Gericht gehe oder nicht, denn in meinem Fall würde Töchterchen sonst keine anständige Ausbildung bekommen.
Die KM hatte genug Gelegenheiten, das Gerichtsverfahren zu vermeiden. Also selbst schuld.

Deine Einstellung muss sein: Durch das gemeinsame Sorgerecht wird sich die Kommunikation und Kooperation verbessern, und nur das dient dem Kindeswohl. Vielleicht gibt es anfangs Probleme,  aber langfristig wird sich die Situation für Dein Kind verbessern. Mütter haben oftmals keine Ahnung, was das GSR wirklich bedeutet und haben zum Teil sogar Verlustängste. Vor allem dann, wenn sie auch einen Anwalt haben und der sie nur anstachelt. Es kann sogar sein, dass das gericht euch beide zu einer konfliktregulierenden Beratung schickt. Das solltest Du dann annehmen, weil es helfen kann.

Allerdings sollte man auch dem Gericht klar machen, dass es hier nicht um eine freiwillige Zustimmung der KM geht, denn genau das hat das BverfG gerügt.

Gruss

Bester Papa 


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 05. November 2011, 08:56:23
Hallo und lieben Dank mal wieder für eure seelische Stütze und Erfahrungen.

Hab gestern noch einmal ein Gespräch mit ihr gesucht. Quasi als letzten Versuch die ganze Sache doch noch einvernehmlich zu klären. Ich wußte eigentlich schon vorher das dies nichts bringt, wollte mir aber auch nicht selbst sagen müssen das ich nicht wirklich alles versucht habe.

Es waren die selben Argumente wie sonst auch. Warum ich ihr nicht vertraue und sie würde doch nie ..... usw.
Sie meint unter anderem das sie nun schon von so vielen Leuten gehört hat das sie das nicht machen soll und das es dort auch schief gegangen wäre. Auf meine Frage was denn genau "dort schief gegangen wäre" kam natürlich kein Argument mehr, sondern die Aussage das ich doch sowieso schon immer mitentschieden hätte. Sie hat Angst das ich dann (mit gem. Sorgerecht) den Kurzen auch bei meinen Eltern schlafen lassen würde. Auch meine Erklärung das ich das auch jetzt tun könnte, kam scheinbar nicht an. Wobei ich genau das sowieso nicht will. Hab ihn ja nur 4 Tage im Monat.
Plötzlich hätte sie auch nie gesagt das sie alles allein entscheiden will. Aber das schockiert mich auch nicht mehr, weil sich ihre Meinung meist sehr schnell ändert und man nie weiß wie der aktuelle Stand ihrer Gedanken nun  gerade ist.
Und wenn sie nicht alles allein entscheiden möchte, sollte das ja noch förderlicher sein für das gem. Sorgerecht.
Wie immer alles Argumente die keine sind.
Die einzig klare Aussage war die das sie freiwillig nicht zustimmen wird.
Naja .... ich hab´s versucht :-(

Ich werde nun auf den Entwurf des Briefes meiner Anwältin warten und dem dann nach Einsicht zustimmen.


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Bester Papa am 05. November 2011, 15:00:16
Hallo Hase,

das ist typisches Geschwätz.

Kannst Du nachweisen, dass ihr in der Vergangenheit schon mal wichtige Entscheidungen zusammen getroffen habt? Zum Beispiel Kiga-Auswahl? Dann würde ich keine Sek. zögern mit dem Gerichtsantrag.

Wenn nein, solltest Du vielleicht die aktuelle Bereitschaft der KM, nicht mehr alles alleine entscheiden zu wollen, nutzen, sie beim Wort nehmen und Druck machen, um mit ihr vorher noch mal gemeinsame Arzttermine wahrzunehmen. Oder vielleicht gehst Du mal mit auf einen Elternabend im Kiga. Dort dann schön die Teilnehmerlisten etc.. ausfüllen und auch mal mit der Betreuerin sprechen. Dann sammelst Du vor Gericht Pluspunkte und kannst darauf verweisen, dass ihr doch alles gemeinsam macht.

Den Antrag bei Gericht stellst Du dann auf jeden Fall danach.

Nur so eine Idee.

Gruss

BP


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Marcus Gnau am 08. November 2011, 20:26:44
@Hase75,
manchmal hilft es, Müttern bewusst zu machen, dass sie nicht nur das alleinige Sorgerecht haben, sondern auch die alleinige Sorgepflicht und vor allem die alleinige Sorgeverantwortung, die vom nicht sorgerechrechtigten Vater äußerst aufmerksam überwacht wird. Wenn sie eine Weiche im Leben des Kindes falsch stellt und dieses deswegen unter Umständen lebenslange Folgen zu ertragen hat, dann ist sie alleine es, die sich lebenslange Vorwürfe machen muss und auch gemacht bekommt.
Mit der gemeinsamen Sorge würde diese Verantwortung gemeinsam geschultert werden. Vier Augen sehen nun einmal mehr, als zwei.

Ich weiß, dieser Rat hilft nur bei den Müttern, die weitgehend zugänglich sind und die die große Verantwortung der Alleinsorge spüren.


Viele Grüße,
Marcus Gnau


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 26. November 2011, 09:04:16
Guten Morgen,

es gibt noch immer keine wertvollen Neuigkeiten und trotzdem möchte ich zwischendurch auch mit kleinen Informationen aktualisieren.
Bisher ist die Neuberechnung des Unterhalts bei mir eingegangen. Da in dieser Berechnung die arbeitsbedingten Aufwendungen nur mit 82 € angegeben waren, rief ich beim JA an um zu erfragen wie das möglich ist da ich täglich eine Strecke von 110 km (einfache Strecke) zur Arbeit fahre. Die "nette" Dame vom JA versuchte tatsächlich m Telefon zu diskutieren das ich verpflichtet wäre mir in unmittelbarer Nähe eine Arbeit zu suchen um den Unterhalt zu gewährleisten und das sie diese Info meinerseits doch als recht scheinheilig empfindet. Ich hab scheinbar immer wieder großes Glück mit wertvollen JA-Mitarbeiterinnen, meine Güte. Es ist nicht leicht in solchen Momenten die Fassung zu bewahren. Ich hab ihr dann versucht zu erklären das ich in unmittelbarer Nähe eben den Unterhalt noch viel weniger sichern könnte und ich durch meine Arbeitszeiten dort eben auch den Umgang sichern kann, was ja auch nicht so unwesentlich ist. Sie wollte das ich den Steuerbescheid schicke als Nachweis das ich die Strecke tatsächlich täglich fahre. Da ich erst seit diesem Jahr dort arbeite ist dies auch nicht möglich. Sie war dann endlich einverstanden das auch ein formloses Schreiben vom AG ausreicht. Gesagt, getan und die geänderte Neuberechnung kam innerhalb weniger Tage. Es wurde zwar nur die einfache Strecke als arbeitsbedingte Aufwendung erfasst, aber immerhin.

Mittlerweile ist auch das Schreiben der Anwältin an die KM als Entwurf bei mir angekommen und ich habe nach Durchsicht veranlasst das es ihr zugesendet wird. Das ist der letzte außergerichtliche Versuch in dem sie auch aufgefordert wird eine Stellungnahme zu schreiben. Ich bin gespannt ....


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Beppo am 26. November 2011, 09:59:26
Es wurde zwar nur die einfache Strecke als arbeitsbedingte Aufwendung erfasst, aber immerhin.
Das ist auch nicht in Ordnung.
Das gibt es nur bei der steuerlichen Berechnung.
Im Unterhaltsunrecht sind beide Wege anzurechnen.
Du solltest das auch nicht mit der JA-Tante diskutieren, sondern das titulieren lassen, was du errechnet hast. Wenn ihr das nicht passt muss sie klagen.


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 26. November 2011, 11:06:49
Genau das war die Frage die ich noch hatte: Titulierung. Dazu wurde ich aufgefordert vom JA.
Nun würde ich gern wissen ob ich dazu verpflichtet bin. Denn in der Berechnung wurde die Höherstufung bis 2014 gleich festgelegt. Unter dem Gesichtspunkt das ich keinen Ehegattenunterhalt zu zahlen habe und auch gegenüber keinem weiteren eigenem Kind unterhaltsverpflichtet bin. Deshalb wurde nicht aus der Tabelle von meinem Nettolohnbereich ausgegangen, sondern eine Stufe höher. Ist wohl so auch rechtens.
Allerdings haben meine jetzige Lebenspartnerin und ich vor noch ein gemeinsames Kind zu haben. Von daher würde sich ja die Situation früher oder später ändern. Wenn ich das jetzt so titulieren lasse und ein weiteres Kind wird geboren, nehme ich an das es nicht so einfach wäre die Titulierung in dieser Art und Weise rückgängig zu machen.
Wie kann ich mich verhalten?

Und zu den arbeitsbedingten Aufwendungen: Wie sieht die Rechtslage denn da aus? Wie muß es angerechnet werden? 


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Beppo am 26. November 2011, 11:18:24
Mach für Unterhaltsfragen bitte ein neues Thema im entsprechenden Unterforum auf und stelle da gleich deine wichtigsten Infos über dein Einkommen, evtl. anrechenbare Kosten wie Werbungs- und Umgangskosten und Anzahl der Berechtigten rein.


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 26. November 2011, 11:48:30
Hast Recht. Würde sonst doch alles etwas wirr werden.
Hab aber meine gesuchten Antworten schon gefunden.
Danke trotzdem.


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 20. Dezember 2011, 15:16:49
Hallo,
heute ist ein Brief meiner Anwältin bei uns eingegangen. Inhalt war die Kopie der erbetenen Stellungnahme der Mutter die sie über ihre Anwältin verfassen lassen hat.
Ich hatte schon vermutet das diese Stellungnahme nicht ganz ehrlich sein würde, aber was jetzt hier ankam, macht mich einfach nur sauer.

Als erstes steht halt drin das die KM das gemeinsame Sorgerecht ablehnt und auch keine Gründe erkennbar sind warum es für das Kind von Vorteil sein soll wenn eine gemeinsame elterliche Sorge begründet wird.
Aber das war ja eh zu erwarten.

Die KM sagt sie hätte sich seit der Geburt überwiegend allein um das Kind gekümmert weil ich ca. 6 Monate nach Geburt außerhalb des Wohnortes arbeitete. (was soweit auch stimmt, geht aber den meisten Familien so)
Weiterhin gibt sie an das ich manchmal 4-5 Wochen nicht zu hause war. Dies stimmt nicht. Es war in 4,5 Jahren exakt einmal so. Arbeitsbedingt. Angeblich wäre es bis heute so.

Es wäre nicht nöglich mit mir vernünftig zu reden, insbesondere dann nicht wenn meine Lebensgefährtin anwesend ist. Ich würde sie, auch vor dem Kind, herablassend behandeln.

Die KM hat das Gefühl, ich würde absichtlich gegen ihre vorgegebenen Erziehungsmethoden agieren. Angeblich wusste ich das es die KM ablehnt das das Kind eine Spielzeugpistole bekommt und trotzdem habe ich ihm eine geschenkt. (was im übrigen eine Wasserpistole für 1 € war, hatten wir für die Badewanne gekauft)

Das Kind würde oft verunsichert vom Umgangswochenende nach hause kommen weil ich anscheinend nicht in der Lage bin anstehende Probleme kindgerecht zu klären.
Weiterhin nehme ich keine Termine in der Kita wahr obwohl sie mir bekannt sind. (es gab einmal einen Hinweis auf Sommerfest einen Abend bevor es statt fand und einmal einen Hinweis zu einem Elternabend, auf den ich aber ausreichend erklärte das ich zu dem Zeitpunkt für 4 Tage außerhalb arbeite und es mir nicht möglich ist. Vorher wurden mir solche Termine gar nicht genannt)
Anstehende Arzttermine würde ich auch nicht wahr nehmen.

Ich hätte die Situation auch dadurch erschwert das ich aus dem Wohnort meines Sohnes weg gezogen bin. (was übrigens 35 Minuten Fahrweg sind. Vorher hab ich 4 Stunden entfernt gearbeitet und war nur alle 2 Wochen die WE´s im Wohnort meines Sohnes, was ja wohl eine deutliche Verbesserung der Situation darstellen sollte oder irre ich mich?)
Angeblich wäre auch mein Arbeitsort (der im Übrigen falsch benannt wurde) ein Grund weil die räumliche Entfernung dadurch noch größer ist. (was bitte hat mein Arbeitsort damit zu tun? Komme ja jeden Tag nach hause und somit bin ich nach Arbeitszeit wieder nur 35 Minuten Fahrweg entfernt)

Weiterhin schreibt sie das ich wirtschaftl. Probleme hätte und somit keine verlässliche wirtschaftliche Basis biete, was ebenfalls gegen eine gemeinsame elterliche Sorge spricht. (Bitte? Woher will sie das denn wissen? Und den Unterhalt zahle ich pünktlich.)

Die KM weist im Übrigen noch darauf hin das sie mich und meine Lebensgefährtin auffordert in der Wohnung nicht zu rauchen wenn das Kind anwesend ist, denn seine Kleidung würde wohl nach Rauch riechen und wir hätten sogar in Anwesenheit des Kindes geraucht als dieses an Bronchitis erkrankt war. (das ist glatt gelogen. Wir rauchen auf dem Balkon. Und als der Kurze Bronchitis hatte, war er gar nicht hier. Es ging ihm an dem WE so schlecht das sie ihn lieber bei sich behalten wollte, was wir so akzeptiert hatten)
Würde ich dies nicht abändern, würde ich den Umgang gefährden.

So viel Verlogenheit macht mich sprachlos.

Was ist denn mit ihren jahrelangen Therapien? Aber das tut sie ja gern ab mit "ich hab nur Depressionen".
Sie ist mindestens seit 5 Jahren in Therapie. Es gab eine Zeit in der sie den Jungen nicht mal sehen wollte aufgrund ihrer Krankheitsgeschichte. Im September diesen Jahres war sie noch zur "Kur" für 6 Wochen. Das die "Kur" eine Klinik für psychosomatische Störungen war, wird auch nie erwähnt.

Das kann alles nicht sein. Damit kann ich gar nicht umgehen. Wie kann man so verlogen sein und nur sich selbst sehen?
Wie kann man denn gegen so was angehen?

Ich bin fassungslos.


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: Beppo am 20. Dezember 2011, 17:15:54
Wie kann man denn gegen so was angehen?

Ich bin fassungslos.
So zurückhaltend wie möglich.
Du hast jetzt nicht jede Belanglosigkeit zu widerlegen, sondern vor Allem die Bedeutung dieser Differenzen runter zu reden.
Sie versucht, den unüberwindlichen Streit zwischen euch zu thematisieren und du musst klar machen, dass das alles völlig normale Nickeligkeiten zwischen Eltern sind.
Schreib doch mal einen Antwortentwurf hier rein und wir glätten ihn dir dann.

Gruss Beppo


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: bagger1975 am 20. Dezember 2011, 17:39:33
Servus Hase75,

ja, das sind die typischen Pseudoargumente von GSR-boykottierenden KM und vermutlich alles unsubstantiierte, erstunkene und sämtlich erlogene Vorwürfe.

Das darfst Du nicht zu sehr an Dich ran kommen lassen. Auch solltest Du Dich bei einer notwendigen Stellungnahme nicht auf diesselbe (niedrige) Stufe wie die KM begeben, denn die mitgeteilte Erwiderung spricht eigtl. schon gegen sie.

Vielmehr scheinen folgende objektive Feststellungen in einer Stellungnahme angezeigt:

1. Die KM verkennt offensichtlich die Bedeutung u. Auswirkung des angestrebten GSR.

2. Es gibt (zum Glück für Kinder) kein Elternpaar (verheiratet, getrennt oder zusammenlebend), welches aus identischen Personen besteht. Jeder Mensch ist verschieden, verschieden geprägt, hat verschiedene Lebensstile, Lebensauffassungen, Wissen, Erfahrungen, Wertvorstellungen und deshalb auch Umgangsstile und gibt es deshalb auch nie! identische Erziehungsstile. All dies ist eine Bereicherung für jedes Kind und deshalb ist auch die Beziehung zu jedem Elternteil gleich und fundamental wichtig für ein gesundes Heranwachsen.

3. Es besteht Einigkeit zwischen den Eltern im Hinblick auf alle wesentlichen Grundvorstellungen, nämlich dass ...Kind, liebevoll, respektvoll behandelt wird, körperlich und seelisch gut versorgt wird, beschützt wird und mit ihrer/seiner Wissbegierde und Offenheit und Neugier konstruktiv umgegangen wird. Das gleiche gilt für den Bewegungsdrang und dem Bedürfnis nach familiären und sozialen Kontakten.

Die Eltern sind sich einig, dass ... (Name Kind) ein, offenes, gesundes, selbstbewusstes, geborgen und sicher aufwachsendes Kind sein soll und dies ist bereits gelungen. Es wird auch weiter gelingen, was ganz zentral auch daran liegt, dass sich Hase75 als Vater von Anfang an und ohne Abstriche um ...Kind gekümmert und bemüht hat.

Wenn behauptet wird, es fehle ein Konsens in den Grundfragen der Pflege und Erziehung des Kindes, dann handelt es sich tatsächlich um eine Leerformel, denn es besteht in den wesentlichen Dingen (Geborgenheit, Schutz, Gesundheit, Respekt vor der kindlichen Persönlichkeit und liebevoller Umgang) Einigkeit.

Sollte die KM dies ernsthaft bestreiten, bestünden ernsthafte Zweifel an ihrer Erziehungsfähigkeit.

4. Die ins Blaue hinein aufgestellte Behauptung und Befürchtung der KM, dass sich die Parteien im Hinblick auf das Kind ständig uneins seien, ist unbegründet. Sie ist zwar vielsagend für die bisherige Haltung der KM, entbehrt jedoch jeglicher Grundlage. Die Entscheidung des BVerfG liefe "ad absurdum", wenn ein Elternteil mit der bloßen Befürchtung, man sei sich einmal uneins, das GSR verhindern könnte.

In der eventuellen Klarstellung sollte abschließend noch einmal der Hoffnung Ausdruck verliehen werden, dass KM ihre bisherige Blockadehaltung überdenkt und sich bis zum 15.1.2012 mit dem GSR anfreundet und dieses bis dahin einvernehmlich beim JA oder Notar beurkundet wird.

Ansonsten muss der gerichtliche Antrag gestellt werden, weil das außergerichtliche hin- und herschreiben ja erkennbar nichts bringt.

Im Übrigen hat @Beppo Recht, dass Du nicht auf jeden Pubs eingehen solltest....es geht beim GSR um die großen Entscheidungen und da gab es die Nagelprobe bei Euch sicher noch nicht...

Viele Grüsse   


Titel: Re: Antrag auf gemeinsames Sorgerecht
Beitrag von: hase75 am 29. Dezember 2011, 13:52:54
Danke !

Hab mich auch halbwegs beruhigt und es tatsächlich geschafft die KM nicht darauf anzusprechen. Konnte sogar bei Übergabe des Kurzen zuvorkommend und höflich sein. Hab ja kurzzeitig in Frage gestellt wie das unter den Umständen möglich sein soll. Aber es geht .... wenn man nicht aus den Augen verliert um was es geht. Um das Kind.

Die Argumente in ihrer Formulierung von bagger1975 sind enorm hilfreich. Danke auch dafür!!!!!