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Themen => Unterhaltsrecht => Thema gestartet von: christian7276 am 18. April 2011, 08:01:43



Titel: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: christian7276 am 18. April 2011, 08:01:43
Hallo zusammen :-)
Wende mich an euch weil ich nicht mehr weiter weiss.
Ich fang einfach mal an:

Ich bin meiner 6 jährigen Tochter gegenüber Unterhaltspflichtig, die Kidndesmutter hat das JA als Beistand eingeschaltet und ich habe einen sog. Unterhaltstitel unterschrieben.
Meine Tochter aus 1. Ehe (11) lebt in einer Pflegefamilie und ich muß 38€ p.M. Unterhalt an die Stadt zahlen.
Ich bin im Dienstleistungsgewerbe tätig und verdiene im Schnitt 1250€ netto.
Nun soll ich 187€ pro Monat (rückwirkend zum Mai 2010)
für meine jüngste p.M bezahlen.
Leider habe ich dieses Geld gar nicht zur Verfügung, soll es aber trotzdem bezahlen.
Hier eine kurze Auflistung meiner Ausgaben:

Miete 588€
Strom 77€
Riester 67€
Tel. 45€
Kabel 25€
Vers. 26€
Lohnpfändung 100€
Inkasso 1 20€
Inkasso 2 18€
Inkasso 3 35€
Allg. Kosten PKW 135€ (Sprit + Vers.) (8,5km Fahrtweg)

--------

Gesamtkosten 1136 €

Meine Lebensgefährtin (3/4 Stelle 800€ p.M netto) übernimmt unsere Verpflegungs - und sonstigen Kosten zum Lebensunterhalt (Rauchen, Kosmetik etc.)
Ich habe jeden Monat diese Kosten und kann diese auch nicht abschaffen.
Meine Schulden werden vom JA und von meiner Rechtsanwältin nicht angerechnet sondern nur die aus der Restschuld resutierenden Zinsen von ca. 37€ mtl.

Wie Ihr aus den Einnahmen und Ausgaben sehen könnt, habe ich diese 187€ welche das JA fordert gar nicht zur Verfügung, soll es aber trotzdem bezahlen.
Obwohl es rechnerisch und praktisch gar nicht möglich ist.

Bei meinen monatl. Ausgaben sind Kosten für Kleidung, Arztbesuche, Reperaturen (PKW usw.), event. Nachzahlungen der Nebenkosten noch gar nicht aufgelistet....diese fallen ja auch an.

Das sieht das JA aber nicht ein und auch meine Rechtsanwältin Interessiert dies nicht.

Letzten Monat mußte ich 800€ in die Rep. meines PKW´s stecken um diesen durch den TÜV zu bekommen.
Dieser war bereits 10/2010 abgelaufen, hatte aber das Geld nicht um ihn fertig machen zu lassen.
Das Geld habe ich als Dahrlehn von meinem Vater bekommen.

Meine Rechtsanwältin sagte erst das die Kosten für die Rep. des PKW´s abzugsfähig sein (um meiner Arbeit nachzugehen), nun werden diese nicht angerechnet und ich haben 800€ mehr Schulden ( quasi um Arbeiten zu dürfen !!!! )
Meine rechtsanwältin sagt das wäre OK ..... (ohne Worte)

Die anderen Zahlungsverpflichtungen (Lohnpfändung, Inkasso) sind Schulden die schon vor der Geburt meiner jüngsten Tochter bestanden.
Diese zahlungen muß ich bedienen, sonnst würden die Gläubiger mir das Leben zur Hölle machen (Kontopfändung etc.)
Eine Privatinsolvenz würde sich nicht lohnen bei ca. 4000 € Schulden.
Zumal ich in der Insolvent weitere Schulden machen müßte bei meinen Ausgaben.

Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich Unterhalt zahlen, das steht außer Frage.
Auch das Kindesunterhalt Vorrang hat ist mir klar.

Aber mir als Kindesvater muß doch auch die Möglichkeit gegeben werden ein normales Leben führen zu können.

Ich kann nichteinmal minimale Rücklagen bilden um z.b. eine neue (oder gebrauchte) Waschmaschine zu kaufen etc.
Weihnachten und Geburtstage der Kinder enden auch immer mit einem langen Gesicht, weil ich das Geld für Geschenke oder Unternehmungen nicht habe.
Auch an den Besuchswochenenden oder Ferien habe ich keine Möglichkeit etwas zu unternehmen weil einfach das passende Kleingeld fehlt.

Ein echt tolles Gefühl für einen Vater ...........

Wir leben schon verdammt sparsam, nutzen jede Möglichkeit um Geld einzusparen.
Aber das allg. Leben wird von tag zu tag teurer.....die letzte Hose habe ich mir Feb. 2009 gekauft !!!!
Es ist einfach kein Geld für solchen " Luxus" da.
Ich habe heute schon Angst vor der Nebenkostenabrechnung weil ich nicht weiss wie ich diese Kosten auch noch aufbringen soll.

Ich würde ja noch zusäzlich Arbeiten gehen wenn ich nicht ohnehin schon einen Anstrengenden Job hätte.
Aber wenn ich mehr verdiene, muß ich auch mehr Unterhalt zahlen ( O. Ton Rechtsanwältin)

Wie Ihr seht, steht mir das Wasser bis zum Hals und ich drehe mich im Kreis.


Leider habe ich gemerkt das meine Rechtsanwältin sich in diesem Fall keine Mühe gibt.
Die Kosten für den Schriftverkehr werden durch den Beratungsschein abgerechnet, welcher geradeeinmal 70€ ausmacht.
Klar das meine Rechtsanwältin da keine Lust zu hat, ich kann´s ja auf einer Art verstehen.
Einen Prozess mit dem JA zu führen hält Sie für nicht erfolgreich, daher würde ich auch keine PKH für diesen Fall bekommen.


Was haltet Ihr davon?


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: habakuk am 18. April 2011, 08:21:19
Hallo !

Tja, was soll man davon halten.
Ein Kindsvater, der jammert das er mit seinen 1250 EUR nicht über die Runden kommt - und meint das 187€ EUR für sein Kind da schon viel zu viel sind.
Kommt dir das nicht selber irgendwie komisch vor ? Hast du dir mal überlegt wie weit die Mutter des Kindes mit den 187 EUR kommt - das sind keine 6 EUR am Tag - und damit soll ja dein Anteil an Wohnen, Essen, Kleidung, ..... abgedeckt werden.

Von wirklich sparsamer Lebensweise kann ich in der Rechnung auch nichts entdecken.
580 EUR Miete sind für eine Person ziemlich viel - das Unterhaltsrecht geht von einer Warmmiete von 370 EUR aus. Da hast du dann schon eine Differenz die mehr ist als der geforderte Unterhalt.
Ebenso sind 70 Eur Strom für 1 Person eine stramme Leistung. Wir zahlen mit 4 Personen in einem Reihenhaus 60 EUR / Monat.

Was die Forderung nach der rückwirkenden Zahlung angeht steht diese ggf. auf einem anderen Blatt.
Sind denn diese 178 EUR schon letztes Jahr im Mai nachweislich gefordert worden? Dies wäre nötig, denn jetzt plötzlich ankommen mit "Du hättest ja schon vor einem Jahr und sollst dann jetzt mal für die Vergangenheit" geht nicht.





Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: Inselreif am 18. April 2011, 08:21:35
Hi christian,

und sonstigen Kosten zum Lebensunterhalt (Rauchen, Kosmetik etc.)

ich will nicht gehässig sein aber beim Stichwort "Rauchen" liegt ganz viel Einsparpotential.
Ansonsten wäre ich an Deiner Stelle froh, bereits unter dem Mindestunterhalt zahlen zu müssen und die Sache deshalb nicht zu heiss aufkochen.

Gruss von der Insel


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: AnnaSophie am 18. April 2011, 08:25:47
Hallo,

von deinen 1250 netto kannst du 300 € Unterhalt leisten. Der Selbstbehalt liegt bei 950 €.

Du musst versuchen deine Ratenzahlungen zu strecken oder Insolvenz anzumelden.

In deinem Selbstbehalt ist eine Warmmiete von 390 € enthalten. Alles darüber hinaus wird als Luxus gesehn. Und im Regelfall wird beim Mangelfall auch nicht berufsbedingte Aufwendungen oder Riesterrente abgezogen.

Wenn du 1250 netto hast, abzüglich die 38 € für das ältere Kind und 187 € für das jüngere Kind liegst du a) unter dem Mindestunterhalt und b) über dem Selbstbehalt.

Sophie


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: Mux am 18. April 2011, 08:29:53
Hallo christian7276,

willkommen hier bei vatersein.de!

Vorab die kalte Dusche: Außer über die Senkung Deiner Fixkosten zu diskutieren,
also harter Sparkurs, kann man Dir nichts raten.

Ich bin meiner 6 jährigen Tochter gegenüber Unterhaltspflichtig, die Kidndesmutter hat das JA als Beistand eingeschaltet und ich habe einen sog. Unterhaltstitel unterschrieben.

Der Unterhaltstitel ist zu bedienen, die Höhe des KU (187 €) ist sehr moderat!, also bleibt Dir nur einen Job zu suchen, in dem Du mehr verdienst oder Deine Lebensgefährtin muss
mehr verdienen oder Ihr müsst die Fixkosten senken. Und ein "Geht nicht" führt Dich nicht weiter. Ein Unterhaltstitel ist ein Unterhaltstitel und zu bedienen, sonst wird gepfändet.

So sehe ich etwa Einsparpotenziale bei Deiner Miete (47% Deines Nettoeinkommens) sowie beim Auto und ggf. Riester.
Einen Fahrweg von 8.5 km kann man zur Not auch mit dem Fahrrad bewältigen und so weiter.

Lg,
Mux


 


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: christian7276 am 18. April 2011, 08:46:54
Fahrtweg mit Fahrrad wäre kein Problem: Frage nach den Kosten für die Anschaffung : Problem: unflexibel gegenüber Arbeitgeber

Riester ist meine Altersvorsorge und steht mir gesetzl. zu !!!!
Auto: Habe einen kleinen VW Lupo (alles andere als Luxus ) und bin verpflichtet die Kinder abzuholen und wieder wegzubringen, kann ich wohl schlecht mit fahrrad machen

Mehr Arbeiten ??
ich bin völlig fertig wenn ich Nachmittags von der schicht komme, bis zum Umfallen arbeiten und immernoch nicht mehr in der Tasche haben?- wer hätte die Motivation?
Meine lebensgefährtin will mehr arbeiten, bekommt aber keine volle Stelle (Altenpflegerin)


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: Guru am 18. April 2011, 08:47:42
Hallo
wie schon die anderen geschreiben haben 38 Euro und 187 Euro ist nicht gerade viel pro Kind oder!!!!
aber du hast ein Selbstbehalt gegenüber mind. Kindern von 950 Euro .
 Beruf.bed. Kosten hast du nicht aufgeführt das sind in der Regel 5% vom netto.
1250 -187 KU-38KU- 5% ca 60 Euro ca. 965 Euro liegst also bei deinem SB  von 950!!!!


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: habakuk am 18. April 2011, 09:48:06
Zitat
Mehr Arbeiten ??
ich bin völlig fertig wenn ich Nachmittags von der schicht komme, bis zum Umfallen arbeiten und immernoch nicht mehr in der Tasche haben?- wer hätte die Motivation?

Tja, die Motivation hat offensichtlich gereicht um 2 Kinder zu Zeugen - und reicht nicht mehr um sie jetzt auch nur ansatzweise zu versorgen.
Leider gibt es solche Väter öfter als man denkt. Ich bin selber gestern vom Vater meiner Stiefkinder mit der Aussage konfrontiert worden (der nicht mal den Mindestunterhalt zahlt und auch nicht gedenkt zu Gunsten seiner Kinder irgendwelche zusatzanstrengungen zu unterhenmen) das die Mutter der Kinder ja jetzt durch wiederheirat eine neue Geldquelle ( = mich) aufgetan hätte, und diese jetzt bitteschön auch den Kindesunterhalt decken und die Kinder betreuen soll.
Da fehlen einem echt die Worte.

... das sind dann wohl auch regelmäßig die Fälle die im Alter dann ganz selbstverständlich Unterhalt von ihren Kindern fordern.

Was soll man dazu noch sagen.


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: nadda am 18. April 2011, 10:03:59
Hi,

kann mich auch  nur anschließen, du  hast zwei Kinder und du hast Verantwortung.
Auch wenn die finanzielle Verantwortung oft unbequem ist.

In deiner jetzigen Situation würde ich mir schon überlegen einen kleinen Nebenjob anzunehmen um dann den Unterhalt zahlen zu können. Es wird nichts besser wenn der Unterhalt irgendwann in größerer Summe aufgelaufen ist und gepfändet wird.

Und nur  zu deiner Info: Ja dir steht Altersvorsorge zu, aber deine Kinder brauchen jetzt Geld zum Leben. Auch alleinerziehende Mütter trennen sich für die Kinder von so manchem. Das Kündigen meiner nicht mehr finanzierbaren Betriebsrente und meiner Privaten Rente hat mir ein Minus von mehreren Tausend Euro beschert. Geblieben ist mir trotzdem keine andere Lösung - weil KV der Meinung ist nicht für seine Kinder zahlen zu müssen. Somit habe ich heute null private Altersabsicherung mehr, aber ich habe jetzt zumindest mehr Geld für die Kinder!

Eine Riester sollte sich auch problemlos für eine Weile beitragsfrei stellen lassen, auch mal so ein Gedanke am Rande.

Deine Lage wird sich erst bessern wenn du deine Schulden abbezahlen kannst, soooviel ist es ja nach deiner eigenen Auskunft auch nicht. Also würde es dir auch in dieser Hinsicht was bringen noch nen Nebenjob anzufangen, oder intern mit deiner Lebensgefährtin dafür zu sorgen das einfach mehr Geld reinkommt.

LG
Nadda


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: midnightwish am 18. April 2011, 10:18:02
Noch ergänzend.

Als private Altersvorsorge werden unterhaltsmindernd 4 % des Nettoeinkommens anerkannt. Das wären be ider dann 50 €: das was darüber hinausgeht mußt du von deinem 950 € SB bestreiten.

Gruß Tina


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: Beppo am 18. April 2011, 10:41:07
Christian, letztlich hast du ja auch selbst den Titel unterschrieben, den du jetzt bedienen musst.
Du bist also diese Verpflichtung wissentlich eingegangen und hättest dich darauf einstellen müssen.

Und ja, du bist ausgesprochen günstig davon gekommen.

Gruss Beppo


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: christian7276 am 18. April 2011, 10:45:43
Ich merke schon, das ich hier als Vater hingestellt werde, der sich vor seinen Unterhaltspflichten versucht zu drücken.
Dem ist aber nicht so, auch wenn viele von euch so denken.
Versucht doch mal selber 1. Monat mit diesen 950€ auszukommen !!!
Versucht mal euren Kindern Weihnachten klar zu machen: sorry Kids aber für Geschenke habe ich kein Geld !!!
Mal sehen wie es euch dabei geht.

Solche Aussagen, wie ich Sie hier von euch ernte, sind schlichtweg dumm und ein Zeichen dafür das man selber noch nie in dieser Situation war.
Ich wünsche es keinem aber wer so reden kann, sollte es am eigenen Leib bzw. Konto zu spüren bekommen.
Mal sehen was dann wird.

Zu der Wohnung bzw. Stromkosten:
Wir haben eine 4 1/2 Zimmer Whg. für 2 Erwachsene und an den Wochenenden 2 Kinder und für unsere Stadt verdammt günstig.
Kleinere Whg?....klar, gerne.
Nur wer zahlt die Renovierung, den Umzug?
Wer und vor allem wie, erklärt den Kids das sie von da an kein eigenes Zimmer mehr haben?
Stromkosten haben wir schon um 10 € i.M. gedrückt.
Eine Nachzahlung ende des Jahres von betrag X könnte ich nicht aufbringen.
Es tut mir leid wenn wir z.b. alten Kühlschrank haben der viel Strom frisst.....wenn jemand einen neuen sparsameren zu verschenken hat, bitte melden.
Und das ist nicht nur der Kühlschrank !!!!

Zum Theme Kindesmutter und wenig Geld im Monat:
Meine Ex verdient 1400€ netto, Ihr Partner 2000€ netto
Reicht um sich jetzt ein Haus zu kaufen .....also bitte keine Aussagen das sie es sich nicht leisten kann !!
Meine jüngste bekommt 2-3 neue Hosen im Monat.......ich meine letzte im feb. 2009



Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: Beppo am 18. April 2011, 10:53:45
Dem ist aber nicht so, auch wenn viele von euch so denken.
Versucht doch mal selber 1. Monat mit diesen 950€ auszukommen !!!
Versucht mal euren Kindern Weihnachten klar zu machen: sorry Kids aber für Geschenke habe ich kein Geld !!!
Mal sehen wie es euch dabei geht.
Hier sind mehr als genug Leute, die mit deutlich weniger auskommen müssen.
Inklusive mir selbst.

Ich habe selbst 4 Kinder und da ich zur Zeit gerade arbeitslos bin, zahle ich zur Zeit von 1.910,- ALG 1   1.250,-€  KU im Monat.
Lebe also von 660,- € im Monat und bringe meine Kinder zu Umgangszeiten in meiner 1,5 Zimmerwohnung unter,
bzw. besuche meine älteste Tochter in Bayern, wenn immer es mir möglich ist.

Und ja, Geschenke bekommen meine Kinder auch.

Du jammerst also auf ziemlich hohem Niveau.


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: AnnaSophie am 18. April 2011, 10:56:29
Hallo,

als meine kleine Tochter zum Vater gezogen ist bin ich mit der anderen umgezogen von einer 4-Zimmer-Wohnung in eine 3-Zimmer-Wohnung. Das hat mir monatlich eine Ersparnis von 200 € gebracht. Damit habe ich den Umzug nach 6 Monaten wieder drin.

Vergiss nicht: im Regelfall sind die Kinder jedes 2. Wochenende (2X52)+ die hälftigen Ferien (1 woche Ostern, 1 woche Herbstferien, 3 Wochen Sommerferien, 1 woche Weihnachtsferien) da. Das sind geschätze 140 Tage. Die restliche Zeit stehen die Zimmer leer....

Meine müssen sich jetzt auch ein Zimmer teilen zum Umgang. Ist auch gar nicht das Problem. Bzw. im Wohnzimmer gibt es auch noch ein Schlafsofa, so dass auch noch eine Ausweichmöglichkeit da ist.


Sophie


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: United am 18. April 2011, 11:07:26
Moin Christian,

Aus den hier geposteten Antworten solltest Du nicht zwingend dieses herauslesen:
Ich merke schon, das ich hier als Vater hingestellt werde, der sich vor seinen Unterhaltspflichten versucht zu drücken.

Was vielmehr ankommen sollte:
Mit der KU-Last, die Dir auferlegt wurde, bist Du vergleichsweise gut weggekommen !

Anstelle Deiner Rechtsanwältin die Kompetenz abzusprechen, musst Du Dich mit Deiner finanziellen Situation arrangieren - und das halte ich durchaus nicht für einfach ...

Aber Dir sollte klar sein, dass ein Gericht Dich auch zu deutlich mehr verdonnern könnte (beispielsweise hätte man Deinen SB wegen Zusammenlebens mit Freundin auch auf unter 950 EUR drücken können).

Gruß
United



Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: nadda am 18. April 2011, 11:24:06
Hi,

wir wissen durchaus wovon wir reden, viele von uns leben von deutlich weniger als 900€ im Monat und  müssen es auch schaffen (und ich muss von den deutlich weniger als 900 noch  zwei Kinder versorgen ;-) ).

Dir sollte erstmal klar werden das du gut weggekommen bist - es geht noch deutlich schlimmer! Ein Gericht könnte dir z.B. erklären das du für jedes Kind den Mindestunterhalt zu zahlen hast.

Deine Wohnung ist reichlich groß, der Bedarf würde unter Umständen gar nicht so gesehen werden. Es braucht nicht jedes Kind unbedingt ein eigenes Zimmer, vor allem nicht wenn das Kind nur zum Umgang da ist. Eine kleinere Wohnung wäre also durchaus eine Alternative. Logischerweise erzeugt ein Umzug erst einmal Kosten, aber wenn du danach monatlich sparst hast du das recht bald wieder drin.

Du musst dich als Vater einschränken genauso wie viele Mütter es auch müssen. Klar ist es dann nicht schön zu sehen das es dem andern finanziell (vielleicht nur auf den ersten Blick) besser geht. Aber da muss man leider durch. Mach dir bewusst das Kinder Geld brauchen, recht viel Geld. Als Vater bist du da mit in der Verantwortung das ist einfach so.

Sieh dich mal um ob eine kleinere Wohnung nicht machbar ist. Da ist einfach wahnsinnig viel Geld weg in deinem Fall.

Und wie gesagt, wenn du eine Möglichkeit siehst deine Schulden rasch abzuzahlen wäre das ja auch super weil du dann finanziell wieder etwas mehr Luft bekommst.

LG
Nadda





Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: habakuk am 18. April 2011, 11:36:39
Zitat
Zum Theme Kindesmutter und wenig Geld im Monat:
Meine Ex verdient 1400€ netto, Ihr Partner 2000€ netto
Reicht um sich jetzt ein Haus zu kaufen .....also bitte keine Aussagen das sie es sich nicht leisten kann !!

Offensichtlich sind wir da wohl doch auf dem richtigen Dampfer:

Die Kindesmutter arbeitet - neben der Kinderbetreuung - wohl Vollzeit, und ein neuer Partner ist auch da.
Kann der doch für deine Kinder aufkommen.

Du bist also der Meinung das es dir zwar nicht zuzumuten ist einen Nebenjob zu machen weil viel zu anstrengend, die Kindsmutter kann aber problemlos neben dem Vollzeitjob noch die Kinderbetreuung übernehmen (klar, das kann ja dann auch ihr neuer machen - ist ja selbstverständlich).

Jetzt fehlt nur noch das du ja immer davon redest das es ja DEIN Kind ist und wie wichtig dir dies ja ist ...


Ganz ehrlich,
in deine Schublade steckst du dich ganz alleine.
Ich würde nach deiner Schilderung davon ausgehen das die Mutter bei deinem Verhalten kurzfristig die Schn... voll hat und Klage erhebt.
Dort wirst du dann erleben wie ein Gericht noch deinen Selbstbehalt runtersetzt, denn durch das zusammenwohnen habe ihr ja auch noch Ersparnisse die deinen Kindern zu gute kommen können.


Und um noch dem Vorurteil entgegen zu wirken ich hätte ja keine Ahnung:
Ich zahle selber für 2 Kinder und 1 Ex nicht wenig Unterhalt,
und bin auf der anderen Seite mit meiner 2. Ehefrau genau mit so einem Früchtchen als Exmann konfrontiert der meint mehr arbeiten währe ja doof, und wir hätten ja zusammen genug Geld, warum solle er da noch irgendwie mehr zahlen. Immerhin wäre ja durch mich eine neue Geldquelle da.



Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: Sirius am 18. April 2011, 11:58:54
Tel. 45€
Kabel 25€
Allg. Kosten PKW 135€ (Sprit + Vers.) (8,5km Fahrtweg)
...
Lebensunterhalt (Rauchen, Kosmetik etc.)
...
Ich habe jeden Monat diese Kosten und kann diese auch nicht abschaffen.
...
Was haltet Ihr davon?
Wenn ich bei Leuten die kein Geld haben und darüber jammern "Rauchen" lese schwillt mit der Kamm.
Riester ist meine Altersvorsorge und steht mir gesetzl. zu !!!!
Gerade die vielen Ausrufezeichen zeigen an wen oder was Du als erstes denkst.
Mehr Arbeiten ?? ich bin völlig fertig wenn ich Nachmittags von der schicht komme,
...
Meine lebensgefährtin will mehr arbeiten, bekommt aber keine volle Stelle (Altenpflegerin)
Das übersteigt beides meine Vorstellungskraft.


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: christian7276 am 18. April 2011, 12:18:12
Hallo,

von deinen 1250 netto kannst du 300 € Unterhalt leisten. Der Selbstbehalt liegt bei 950 €.

Du musst versuchen deine Ratenzahlungen zu strecken oder Insolvenz anzumelden.

In deinem Selbstbehalt ist eine Warmmiete von 390 € enthalten. Alles darüber hinaus wird als Luxus gesehn. Und im Regelfall wird beim Mangelfall auch nicht berufsbedingte Aufwendungen oder Riesterrente abgezogen.

Wenn du 1250 netto hast, abzüglich die 38 € für das ältere Kind und 187 € für das jüngere Kind liegst du a) unter dem Mindestunterhalt und b) über dem Selbstbehalt.

Sophie

Insolvenz anmelden, klar super sache , dann wäre ich auch die alten Unterhaltsschulden los.

Nur darin besteht ein kleiner denkfehler............

Wenn ich Insolvenzverfahren mache, darf ich keine weiteren bzw. neuen Schulden machen.
Die mache ich aber zwangsläufig, weil wer mehr ausgeben muß als er hat, macht unweigerlich neue Schulden.
Und somit würde die Insolvenz wiederrufen werden und ich stehe da wo ich jetzt stehe.

Noch fragen?


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: AnnaSophie am 18. April 2011, 12:22:56
Hallo,

wenn du die Schulden nicht mehr bezahlen musst sind ca. 170 € mehr im Monat da. Wenn du dann noch deine Riester-Rente ruhend stellst, wobei sich mir die Frage stellt ob diese Höhe überhaupt sein muss um den vollen Förderbeitrag zu erhalten, kommen noch einmal 67 € dazu.

Das wären dann ca. 240 € weniger und dann noch eine günstigere Wohnung hast du 300 € jeden Monat mehr zu Verfügung. Davon kannst du dann locker die 200 € Unterhalt zahlen.


Wie weit wohnen die Kinder weg? Ist es möglich das die Große mit den öffentlichen kommt? Evtl. kannst du dann auch dein Auto verkaufen und dir einen Roller anschaffen.

Sophie


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: zahltag am 18. April 2011, 12:29:35
Hallo,

ich stell das mal so hin was ich aus den Beiträgen erlesen habe, ich hoffe ich hab nichts übersehen…

1250€  netto Einkommen KV
  800€  netto Einkommen KV-Freundin
2050 € netto Gesamteinkommen

  187 € KU1
   38  € KU2
  588 € Miete
    77 € Strom
    67 € Riester
    45 € Tel.
    25 € Kabel
    26 € Vers.
  100 € Lohnpfändung
    20 € Inkasso 1
    18 € Inkasso 2
    35 € Inkasso 3
  135 € Allg. Kosten PKW  (Sprit + Vers.) (8,5km Fahrtweg)
1361 € Gesamtausgaben KV
 300 € Haushaltsgeld (Essen, Trinken, Rauchen, Kosmetik, etc.) zahlt Freundin KV

1661 € GesamtAusgaben stehen
2050 € Einnahmen gegenüber oder hab ich mich verrechnet?

weitere Sparmöglichkeitenbzw. Anregungen
- Miete, aber erst nachgelagert – erstmal höhere Aufwendungen
- Strom – auch mit alten Geräten machbar
- Riester kann beitragsfrei gestellt werden bis ggf. Inkasso 1-3 abbezahlt sind
- Telefon geht zwischen 20 – 30 Euro = Anbieterwechsel
- Kabel – einmalig ne Schüssel kaufen und Receiver = keine monatl. Kosten
So kann man kurzfristig ca. 100 Euro sparen und auf Dauer ggf. noch mehr, allerdings geht das nicht von heute auf morgen


Gruß Zahltag


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: habakuk am 18. April 2011, 12:30:29
Zitat
Insolvenz anmelden, klar super sache , dann wäre ich auch die alten Unterhaltsschulden los.

Ehm - jetzt eher nicht. Unterhaltsschulden werden nicht vom Insolvenzverfahren getilgt ....


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: Malachit am 18. April 2011, 12:36:44
Hallo zusammen,

Als private Altersvorsorge werden unterhaltsmindernd 4 % des Nettoeinkommens anerkannt. Das wären be ider dann 50 €: das was darüber hinausgeht mußt du von deinem 950 € SB bestreiten.

Wir reden hier über eine Mangelfallberechnung, und ich glaube kaum, dass Christian da auch nur einen Cent für zusätzliche Altersvorsorge geltend machen kann. Der Grund dafür ist der Folgende:

Riester ist meine Altersvorsorge und steht mir gesetzl. zu !!!!

Das ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte der Wahrheit lautet: Kindesunterhalt steht dem Kind gesetzlich zu, und hat Vorrang vor allen anderen Verpflichtungen. Solange nicht wenigstens der Mindestunterhalt laut Düsseldorfer Tabelle gezahlt wird (und davon ist Christian weit entfernt), hat der Kindesunterhalt insbesondere den Vorrang vor seiner Altersvorsorge.

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: Guru am 18. April 2011, 12:43:44
Hallo Christian
so bringt das ja auch nix ,dein Bild erscheint hier sehr unglücklich!!!!!!
du mußt erst einmal selber wissen was du willst,keine Kohle und nur geringes Einkommen.
Wenn du so weiter machst wird dich ein Richter leistungsfähig machen und das recht bald, wie bereits geschrieben du lebst mit einer neuen Partnerin zusammen hier kann dir dein SB um bis zu 25% gekürzt werden.

wenn du das willst mach weiter so, das Gehalt deiner EX ist für dich total EGAL!!!!sie kann 5000 Euro verdienen für dein KU Leistung echt egal was sie wo verdient und ob sie 2 Häuser hat oder 5.
Und ich finde das auch absolut OK auch für sie geht das Leben weiter.!!!!

Du kannst nicht aufgeben für was sind die Inkasso Zahlungen versuche die monatl. Belastung zu mindern.
Die Unternehmen machen da in der Regel auch mit, Kabel für was brauchst du Kabel 25 Euro weg damit.
135 Euro Autokosten??? 8 Km mach das mit einem Rad wenn du keines hast altes Rad gibt es für 30 Euro.

Lohnpfänung für was ????mach die Pfändung geringer wenn es geht!!
 Riester aussetzen oder Kaufe dir mit Verlust die Rente zurück und bediene deine Gläubiger (Inkasso) so hast du etwas mehr Luft.
Du bist noch Jung in 3-4 Jahren kannst du wieder etwas einzahlen aber mach etwas, sonst geht die Sache echt in die Hose !!!Arbeite zur Not in einem Nebenjob habe ich auch lange gemacht 2-3 Tage im Monat gehen immer!!!

Gruß Guru mach was !!!


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: wedi- am 18. April 2011, 12:46:54
Hi

Ich will Christian keine Angst machen, aber der SB von 950,- Euro, kann durch das Zusammenleben mit seiner Partnerin noch mal um 20-25% durch die Haushaltsersparniss gesenkt werden.

Christian, du fährst mit den 187,- Euro KU noch gut und ich würde deswegen kein Fass aufmachen.

Gruss Wedi


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: habakuk am 18. April 2011, 13:10:04
... nicht zu vergessen das die Gerichte ihm dann auch nochmal ganz entspannte 400 EUR an fiktivem Einkommen von seinem Nebenjob zurechnen ...


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: Guru am 18. April 2011, 13:28:30
nicht zu vergessen das die Gerichte ihm dann auch nochmal ganz entspannte 400 EUR an fiktivem Einkommen von seinem Nebenjob zurechnen ...

ja da hast du Recht aber mit 400 Euro könnte er beide Kinder abdecken ohne GV usw. ich bin mir auch sicher das er sich mit JA oder in diesem Fall Stadt über die Nachzahlung einigen könnte.
Mangelfall würde wegfallen er würde über seinem SB liegen und die Sache ist ist erledigt.

mit 1250 Euro Netto könnte er Leben oder???wenner jetzt noch einen Tilgungsplan erstelllt über Inkasso usw.
hat er die Sache in einiger Zeit im Griff!!!


Lebe geht weiter :thumbup:


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: habakuk am 18. April 2011, 13:43:47
Rein theoretisch ist das alles möglich.
Ich befürchte das Problem liegt halt mehr am einsehen/wollen, denn "hExe und ihrem Neuen gehts ja so gut - warum soll ich mich da für die Kinder krum machen" ....


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: PapaLalelu am 18. April 2011, 14:20:31
Hi zusammen,

also wenn ich lese was manche hier für Vorschläge machen muss ich mich echt fragen was das hier für ein Forum ist.
Das Auto verkaufen und mit dem Roller fahren, ts ts . Und im Winter ? Fährt man dann 30 km um das Kind/Kinder zu sich zu holen ? Oder wie ? Rauchen aufhören da ist noch viel Einsparpotenzial. Mann oh Mann.
Könnt Ihr keine vernünftigen Vorschläge dem Kollegen hier geben ? statt auf Ihm rumzuhacken ?

Gruß

PL 


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: 82Marco am 18. April 2011, 14:33:05
Servus PapaLalelu!
Ich verstehe Deine Problematik nicht ganz: die Vorschläge sind zunächst mal vernünftig und theoretisch auch umsetzbar; was der Opener daraus macht, ist sein Ding ... genauso wie es sein Ding und Pflicht ist, für seine Kinder zu sorgen.
Was verstehst Du bitte als "vernünftigen" Vorschlag und wo bleibt dieser?

Grüßung
Marco


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: habakuk am 18. April 2011, 14:46:54
'Vernüftiger' Vorschlag ohne zu sparen?

OK:

Dann sollte er schleunigst nach Spanien auswandern, dort werden deutsche Unterhaltstitel nicht vollstreckt (weil die spanischen Behörden erkannt haben das die deutsche Justiz da mit so manchem Urteil was an der Waffel hat).
Es gibt dort ganze Kolonien von derartigen Fällen ....



Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: DeepThought am 18. April 2011, 14:50:54
Na, PapaLalelu, dann hilf uns doch und zeige den Weg aus dem Dilemma. Nur mit Vorwürfen agiert es sich schlecht. Esm üssen schon auch Lösungen benannt werden.

@Christian,

Glaube uns einfach, dass du verteufelt günstig weggekommen bist. Es ist dir kein fiktives Einkommen angerechnet worden, es ist dir nicht der Selbstbehalt wegen Haushaltsersparnis gekürzt worden. Du musst / ihr müsst jetzt wirklich ganz nüchtern die Ausgaben bewerten und Möglichkeiten der Einsparung aufgreifen.

Ja, es ist kein Leben mit Jahresurlaub im Süden und auch der monatliche Restaurantbesuch ist ersatzlos gestrichen. So lange du jedoch damit haderst, wirst du in deinem Bestreben nach einem glücklichen Leben von dir selbst hart ausgebremst. Je eher du Veränderungen etablierst und dich dann auch damit abfindest, um so eher wird deine Zufriedenheit steigen.

DeepThought

P.S.: @habakuk: Das ist eine guter und richtiger Ansatz mit dem bitteren Beigeschmack, dass der Umgang dann ausfällt. Grds. sollte man beachten, dass ab einem gewissen Grad der Drangsalierung eine Erwerbstätigkeit sich nicht lohnt.


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: Debugged am 18. April 2011, 15:44:10
Insolvenz anmelden, klar super sache , dann wäre ich auch die alten Unterhaltsschulden los.

Nur darin besteht ein kleiner denkfehler............

Wenn ich Insolvenzverfahren mache, darf ich keine weiteren bzw. neuen Schulden machen.
Die mache ich aber zwangsläufig, weil wer mehr ausgeben muß als er hat, macht unweigerlich neue Schulden.
Und somit würde die Insolvenz wiederrufen werden und ich stehe da wo ich jetzt stehe.

Noch fragen?

Hallo Christian,

Du hörst das sicher nicht gerne, aber ich kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen. Du kannst derzeit nur
an zwei Schrauben drehen: Einkommen rauf, Ausgaben runter.

Den ersten Punkt lasse ich einmal ausser acht, das führt nur zu endlosen Diskussionen...

Die Schulden müssen weg, besser gestern als heute. Wenn möglich, schnellstmöglich aussergerichtlicher
Vergleich mit den Gläubigern, das kann im Rahmen der Privatinso gemacht werden und ist bei jeder
Schuldnerberatungsstelle kostenlos. Wenn der Plan abgelehnt wird, kannst du immer noch abspringen und
ohne Gerichtsentscheid weitermachen wie bisher.
Oder vielleicht kann dir ein Verwandter das Geld geben,
das du mit moderaten Raten abstottern darfst. 4000 Euro sind ja nun wirklich noch nicht der Weltuntergang.

Du kannst dir im Prinzip Einwendungen gegen die Unterhaltsgläubiger zu privaten finanziellen Problemen in
die Haare schmieren. Die Gerichte werden sehr "komisch", wenn es um den Mindestunterhalt von Kindern geht.
Wenn es nicht einmal dafür reicht, kannst du Aufwandsminderung für KFZ und Riestern & Co. auch abhaken.
Persönlich finde ich, das du mit 187 Euro mtl. wirklich ein Schnäppchen bei der Titulierung gemacht hast.
Das Leben geht auch ohne Kabelfernsehen weiter.
Bei deiner speziellen Problematik (Mindestunterhalt) kann dir auch kaum ein Anwalt helfen.
Ich weiß, wovon ich rede. Ich arbeite Vollzeit für deutlich weniger als 950 Euro. Wenn ich viel Glück habe, kann ich noch einen Hunderter zusätzlich für den  Kindesumgang locker machen. Meine Hosen kaufe ich Second Hand, die gibt es manchmal sogar mit Originaletikettierung!
Für Privatvergnügen und gesteigerte Verbindlichkeiten hat kein Richter Verständnis,
wenn es um die Mindestbelange eines Kindes im Unterhaltsrecht geht. Das habe ich auch erst lernen müssen.
Heute komme ich damit aber ganz gut zurecht, da ich damit auch dazu beitrage, das ich meinen Umgang weitgehend
ungestört wahrnehmen kann. Du wirst dich eben einschränken müssen, weil du "dabei" warst.


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: Sirius am 19. April 2011, 14:23:18
Mich würde eigentlich mal viel mehr interessieren wieso eigentlich ein Kind bei einer Pflegefamilie lebt.


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: dantes_79 am 25. April 2011, 19:56:30
So, nun möchte ich auch mal was sagen.
Der Standard Kindsunterhalt ist nicht so gerechnet, das er nur seinen Anteil zahlt, sondern mit dem Kindergeld die Kosten komplett übernimmt, weil die Mutter ihren Anteil ja durch Betreuung erbringt. Und wenn man dann bedenkt, dass die Kinder 140 Tage, wie ein Vorredner hier geschrieben hat, bei Ihm sein sollen >= 1/3 Jahr, ist fraglich, ob es fair ist, wenn er dann die Kosten alleine tragen würde... Über zusätzlichen Betreuungsunterhalt lasse ich mich mal besser nicht aus. Ehrlich gesagt, ich schätze, wenn er die Seite wählen könnte, würde er vermutlich die des Empfängers wählen, kann er nur nicht, weil er halt das falsche Geschlecht hat.
Er hat es sich sicher früher nicht so ausgesucht, denn solange man zusammen lebt, wird das üblicherweise anders gehandelt....

So viel zum Standard. Andererseits, ER zahlt 178€ + 90€ Kindergeld. Das ist weit weit weit weniger als er müsste. Für zwei Kinder zu wenig. Kosten reduzieren und den Rechtsanwalt im Sack lassen kann man da nur raten, das man z.B. Rauchen MUSS kann mir keiner erzählen.


Titel: Re: Kindesunterhalt = finanzieller Ruin
Beitrag von: dantes_79 am 26. April 2011, 11:54:10
Hi,

So, hab mir alles nochmal genauer angesehen und bin insbesondere auf folgendes aufmerksam geworden:
1661 € GesamtAusgaben stehen
2050 € Einnahmen gegenüber oder hab ich mich verrechnet?
Ich habe sowas schon mal bei einem Mann gehört und glaube, Du hast dasselbe Problem:
Wer sagt, dass Du alle Kosten in Eurer Beziehung alleine übernehmen musst? Gleichberechtigung, schon mal gehört? Auf Deiner Seite stehen die gesamten Kosten, bei Deiner jetzigen Frau 800€ Taschengeld und Einkäufe? Rechne doch mal so:
Telefon/2
Kabel/2
Strom/2
Miete/2 !!!!
Nebenkosten/2
Ansonsten solltest Du vielleicht alleine wohnen und wirst in einer 250€ 1 Zimmerwohnung, und nem Kabel + Tel Kombivertrag oder Schüssel und ohne Auto auch glücklich und brauchst auch deutlich weniger Strom. Und wenn dann nicht genug Platz für die Kinder zum schafen ist, und die Aktivitäten klamm werden, dann ist das halt so, weil Du die Wohnungsmiete für die Kinder und für die Aktivitäten in Form des KU schon an deine Ex abdrückst und der Staat das nunmal so geregelt hat. Allerdings würde ich das in diesem Falle nur begrenzt gelten lassen, da Du den Unterhalt für ein Kind ja gar nicht voll bezahlst und für das andere quasi gar nicht. Wieso ist das eigentlich in einer Pflegefamilie.
Doch vor solchen Überlegungen solltest Du erstmal mit Deiner jetzigen Partnerin ernsthaft über die Lastenverteilung sprechen. Es ist angeblich möglich, das auch Frauen Geld verdienen können (Deine Ex kann immerhin 1400€ verdienen!). Vielleicht kann sie ja auch mehr Geld verdienen, damit Du die Lasten nicht alleine an der Backe hast.